Gott möchte, dass Sie Seine Stimme kennen! | World Challenge

Gott möchte, dass Sie Seine Stimme kennen!

David WilkersonApril 19, 1993

Der Teufel tut alles, was in seiner Macht steht, um sich in der Welt Gehör zu verschaffen. Einmal hatte er sogar die Unverfrorenheit, Jesus zu unterbrechen, als der Herr in der Synagoge redete:

"Und sie gehen nach Kapernaum hinein. Und sogleich ging er am Sabbat in die Synagoge und lehrte ... Und sogleich war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist; und er schrie auf und sagte: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes. Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!" (Markus 1,21-26).

Durch die Stimme des Menschen machte Satan sich lautstark bemerkbar, wobei er nur eine Absicht hatte: die ganze Versammlung mit Furcht zu erfüllen! Alle, die ihn hören konnten, sollten aus Angst vor ihm erschauern und glauben, er hätte Macht und Autorität, selbst als er ausgetrieben wurde.

Petrus warnt die Gläubigen der letzten Tage, daß Satan sich mit lauter Stimme bemerkbar machen wird, um Angst zu erwecken: "Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könnte" (1. Petrus 5,8).

Es geht mir um folgendes: Wenn Satan seine Stimme in diesen letzten Tagen hören läßt und den Massen verlorener Seelen seine Kraft zeigt, wieviel wichtiger ist es da für Gottes Volk, die Stimme des Vaters zu kennen! Denken Sie, daß der Herr ruhig dasitzen und schweigen würde, während Satan brüllend in der Welt umherzieht? Niemals! Jesaja sagte: "Dann wird der Herr hören lassen die Hoheit seiner Stimme" (Jesaja 30,30).

Seit Adam und Eva hat Gott immer wieder zu den Menschen geredet. Wie die Heilige Schrift sagt, "hörten sie die Stimme Gottes" von Anfang an (1. Mose 3,8). Adam erklärte: "Ich hörte deine Stimme im Garten" (Vers 10).

Vom ersten Buch Mose bis in das gesamte Neue Testament ließ Gott Sein Volk Seine Stimme hören - von Abraham über Mose, Kaleb, Josua, Samuel und David bis zu den gerechten Königen und Richtern. In den prophetischen Büchern wird dieser Satz ständig wiederholt: "Und Gott sprach..." Die Israeliten kannten und verstanden das Reden Gottes. Er ließ sie Seine Stimme hören!

Jesus bestätigte dies im Neuen Testament durch das Beispiel des guten Hirten: "Die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen" (Johannes 10,3-5).

Zu Pilatus sagte Jesus: "Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme" (Vers 18,37). Die Botschaft an uns ist klar: Wenn Sie Gottes Geist in sich haben, dann werden Sie Seine Stimme hören und erkennen!

Doch wir leben in einer Zeit, in der viele Stimmen unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken versuchen. Paulus warnte: "Es gibt zum Beispiel so viele Arten von Sprachen in Welt, und nichts ist ohne Sprache [Bedeutung]" (1. Korinther 14,10).

Vielleicht haben Sie die gleiche Erfahrung gemacht, wie viele Christen: Wenn Sie beten und Gottes Stimme zu hören und zu erkennen versuchen, werden Ihre Gedanken von allen möglichen Stimmen überflutet. Und vielleicht fragen Sie sich, wie Sie Gottes Stimme von Ihrem eigenen, fleischlichen Sinn unterscheiden können. Wie können Sie sicher sein, daß Gott redet und nicht etwa ein böser Geist, der Sie versucht?

Ich möchte Ihnen einige Einsichten mitteilen, die — so glaube ich — Gott mir über das Hören und Erkennen Seiner Stimme gegeben hat:

Wenn Sie in Sünde leben, werden Sie Gottes Stimme nicht hören!

Wenn Sie an einer verborgenen Sünde festhalten, können Sie sicher sein, daß Sie Gottes Reden gar nicht hören wollen. Denn Sie wissen schon, was Er Ihnen sagen wird — und wollen es nicht hören!

Als Adam und Eva sündigten, rief es Scham in ihnen hervor. Und mit dieser Scham waren Schuld, Angst und Verdammnis verbunden. Diese Scham wird im Alten Testament "Nacktheit" genannt; "nackt" zu sein bedeutete, nur mit dem Gewand der Schuld bekleidet vor Gottes Thron zu stehen.

"Und Gott, der Herr, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich" (1. Mose 3,9-10).

Adam versteckte sich aus Schuld und Scham über seine Sünde vor der Stimme Gottes. Und genau an diesem Punkt stehen heute viele im Volk Gottes — sie verstecken sich und haben Angst, Gott reden zu hören!

Vielleicht sind Ihre Freunde laue Christen, die nicht gern mit Ihnen in die Gemeinde gehen. Als Sie ihnen begegnet sind, lebten sie gleichgültig vor sich hin. In Wirklichkeit waren sie von Schuld und Scham beladen, aber sie waren nicht bereit, verborgene Sünden aufzugeben!

Als Ihre Freunde mit in die Gemeinde kamen, brannte Gottes Wort in ihrem Gewissen. Sie wußten, daß es Gott war, der ihnen zurief: "Wo seid ihr? Was tut ihr?" Furcht packte ihr Herz! Die heilige Gegenwart Jesu machte die Häßlichkeit ihrer Sünde deutlich und sie konnten es nicht abwarten, wegzulaufen und sich zu verstecken!

Geliebte Mitchristen, wenn Sie Gottes Stimme hören wollen, müssen Sie zu totaler Reinigung bereit sein. Sie müssen bereit sein, jede Sünde aufdecken zu lassen und auszuräumen!

Der Prophet Jesaja hatte eine ehrfurchtgebietende Vision des Herrn, der hoch erhaben auf einem Thron saß. Vor der heiligen Gegenwart Gottes bedeckten sich die Seraphim selbst mit ihren Flügeln und riefen aus: "Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist erfüllt mit seiner Herrlichkeit!" (Jesaja 3,6).

Gottes Stimme war so gewaltig, daß sie den Tempel erschütterte. Und bei ihrem Schall fiel der gerechte Prophet Jesaja auf sein Angesicht und schrie:

"Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich... Denn meine Augen haben den König, den Herrn der Heerscharen gesehen" (Vers 5). Jesaja wurde von Schuldbewußtsein und einem Empfinden der Unreinheit überwältigt — weil Gottes Stimme eine reinigende Stimme ist!

"Da flog einer der Seraphim zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Und er berührte damit meinen Mund und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; so ist deine Schuld gewichen und deine Sünde gesühnt" (Vers 6-7).

Jesaja konnte Gottes "weisende Stimme" erst hören, nachdem er Seine "reinigende Stimme" vernommen hatte. Wie Sie sehen, kommen Weisung und Leitung erst nach der Reinigung, denn wenn Sie nicht gereinigt worden sind, kommen Sie beim Herrn keinen Schritt weiter.

Dennoch strömen heute Tausende von Christen in Versammlungen, um ein schnelles "allheilendes" Wort von Gott zu empfangen. Sie wollen, daß ein Prophet ihnen die Hände auflegt und ihnen sagt, was sie tun sollen und was die Zukunft ihnen bringen wird. Meistens bekommen sie jedoch nur schmeichelhafte Worte zu hören: "Du wirst mächtig von Gott gebraucht werden!" "Du wirst ein Zeuge für die Nationen sein!" "Du wirst gesegnet sein und gedeihen!"

Was glauben Sie, wie viele dieser Leute in die Versammlungen kommen würden, wenn der "Super-Prediger" mit dem Finger auf ihre Herzen weisen und ihnen das reinigende Wort Gottes verkünden würde? "Ihr seid noch unrein! Ihr habt die verborgenen Sünden nie ausgeräumt! Euch fehlt die Vision der Heiligkeit Jesu. Hört Seine Stimme und tut Buße!"

Wenn Sie von Gott Weisung hören möchten, müssen Sie zuerst bereit sein, Ihre Seele läutern und reinigen zu lassen. Sein Wort brennt sich in unser Gewissen und deckt alles Schlechte auf — damit Er uns gebrauchen kann!

Erst nachdem Jesaja die Stimme der Reinigung vernommen hatte, konnte er Weisung empfangen!

Sobald er gereinigt worden war, empfing Jesaja Weisung von Gott: "Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich! Und er sprach: Geh hin..." (Verse 8-9).

Wie begeistert wir nach der Läuterung sind! Sobald wir Buße getan haben und gebrochen sind, beten wir: "Herr, Du weißt, daß ich rein bin und von allen Sünden geläutert wurde. Jetzt bin ich bereit, Deine Weisung zu hören. Sprich doch zu Deinem Diener — ich bin bereit, zu gehorchen!"

Wenn Sie jedoch Weisung suchen und glauben, zu allem bereit zu sein, was Er von Ihnen verlangt, dann lassen Sie mich fragen: Sind Sie auch auf ein unbequemes Wort vorbereitet — einen Auftrag, der mit Härten und Ablehnung verbunden ist — ein Leben des Glaubens ohne garantierte Annehmlichkeiten, abgesehen von den Segnungen des Heiligen Geistes?

Genau das war bei Jesaja der Fall! Der Prophet stellte sich zur Verfügung: "Sende mich, Herr." Und Gott erteilte ihm einen harten, schwierigen Auftrag!

"Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Hören, ja hören sollt ihr und nicht verstehen! Sehen, ja, sehen sollt ihr und nicht erkennen! Mache das Herz dieses Volkes fest, mache seine Ohren schwerhörig, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht einsichtig wird" (Verse 9-10).

Das Wort, das Jesaja zu hören bekam, war nicht einschmeichelnd! Ganz im Gegenteil sollte es ihn verhaßt und unbeliebt machen. Der Herr sagte ihm: "Geh und verhärte diejenigen, die sich weigern, Mich zu hören! Verschließe ihre Augen und Ohren, vollende die Verhärtung ihrer Herzen!"

Liebe Mitchristen, wenn Sie Gottes Stimme hören wollen, dann müssen Sie bereit sein, alles zu hören, was Er zu sagen hat! Gott wird nie sagen: "Geh!", bevor Er nicht gefragt hat: "Wer wird gehen?" Er richtet sich an Sie und fragt: "Bist du bereit, alles zu tun, was Ich dir sage? Und es auf Meine Art und Weise zu tun? Bist du bereit, dein Leben hinzulegen?"

Als ich vor einigen kurzen Jahren um Weisung betete, forderte der Herr mich ganz klar auf: "Geh nach New York zurück." Das war ein sehr unbequemes Wort für mich! Ich hatte mich darauf eingestellt, vom aktiven Dienst zurückzutreten, und beabsichtigte, Bücher zu schreiben und gelegentich zu sprechen. Ich dachte: "Herr, dort habe ich schon meine besten Jahre verbracht. Gib mir etwas Ruhe!"

Ja, wir wollen die Stimme Gottes hören, aber es soll bequem für uns sein! Wir wollen nicht aufgerüttelt werden. Doch warum sollte Gott uns Seine Weisung hören lassen, wenn Er nicht sicher sein kann, daß wir Ihm gehorchen werden?

Abraham lernte, Gottes Stimme zu hören, indem er gehorsam befolgte, was er bereits gehört hatte — und zwar ohne zu zögern! Gottes Wort an ihn war äußerst hart: "Opfere deinen Sohn, Isaak!" Abraham gehorchte diesem Wort — und dieser Gehorsam wurde zu einem Wohlgeruch, der sich auf die ganze Welt auswirkte: "Und in deinem Namen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, daß du meiner Stimme gehorcht hast" (1. Mose 22,18).

Es gibt einen Hauptgrund, weshalb so viele Christen Gottes Stimme nicht hören oder verstehen können!

Die Führer Israels kamen zu Mose und sagten: "Und nun, wozu sollen wir sterben? ... Wenn wir die Stimme des Herrn, unseres Gottes noch weiter hören, dann werden wir sterben. Denn wer ist unter allen Sterblichen, der die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer hätte reden hören wie wir und wäre am Leben geblieben?

Tritt du hinzu und höre alles, was der Herr, unser Gott, sagen wird. Und du, du sollst alles zu uns reden, was der Herr, unser Gott, zu dir reden wird, und wir wollen es hören und tun" (5. Mose 5,25-27).

Diese Männer sagten zu Mose: "Gehe du zu Gott! Du wirst Seine Stimme hören und uns sagen, was Er geredet hat, und dann werden wir danach handeln."

Mose erinnerte diese Männer daran, daß sie früher selbst die Stimme des Herrn gehört hatten: "Von Angesicht zu Angesicht hat der Herr auf dem Berg mitten aus dem Feuer mit euch geredet" (5. Mose 5,4). Gott hatte direkt zu ihnen gesprochen, und sie waren am Leben geblieben! Ja, sie hatten an jenem Abend, bevor sie den Rückzug wählten, sogar bestätigt: "Wir haben seine Stimme mitten aus dem Feuer gehört. An diesem Tag haben wir gesehen, daß Gott mit dem Menschen reden kann und der am Leben bleibt" (Vers 24).

Nein, diese Israeliten hatten keine Angst, Gottes Stimme zu hören - sie hatten Angst vor dem, was Er ihnen sagen würde! Denn sie hielten noch an ihren Idolen fest - goldenen Götzenfiguren, die sie aus Ägypten mitgebracht hatten!

Gott hatte ihnen befohlen: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Götterbild machen ... du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen" (2. Mose 20,3-5). Und nun sagte Er ihnen: "Ich will euer ganzes Herz. Legt den Götzendienst ab!"

Amos sprach für den Herrn und sagte: "Habt ihr mir vierzig Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speisopfer dargebracht, Haus Israel? Ja, ihr habt den Sikkut, euren König, und Kiun getragen, eure Götzenbilder, den Stern eurer Götter, die ihr euch gemacht habt" (Amos 5,25-26).

Wie der Schreiber des Hebräerbriefs erklärt, flehte Israel, "daß das Wort nicht mehr an sie gerichtet werde — denn sie konnten nicht ertragen, was geboten wurde" (Hebräer 12,19-20).

Das ist der Schlüssel! Die Israeliten konnten nicht ertragen, was Gott ihnen gebot - weil sie nicht daran denken wollten, ihre heimlichen Götzen und verborgenen Sünden aufzugeben!

Sie dachten: "Mose ist gütig. Wir lassen ihn mit Gott reden, und dann hören wir auf ihn. Er hat uns all die Jahre geleitet, und hat unsere heimlichen Götzen immer noch nicht entdeckt. Er wird nicht so hart mit uns umgehen wie Gott!

Nein! Gott ist kein Unterhalter, der mit götzendienerischen Christen Gesellschaftsspiele veranstaltet! Er sucht nach Vertrautheit, möchte die kleinsten Details unseres Lebens ansprechen. Und Er spricht in einer einzigen Absicht: unser ganzes Herz zu besitzen! Er möchte alle Götzen zerstören und uns von aller Sünde läutern, damit Er segnen, Wohlwollen zeigen und belohnen kann!

Der Herr sagte über Israel: "Möge doch diese ihre Gesinnung bleiben, mich allezeit zu fürchten und alle meine Gebote zu halten, damit es ihnen und ihren Kindern ewig gutgeht!" (5. Mose 5,29).

Sie können Gottes Stimme nicht hören, wenn Sie auf eines Menschen Stimme vertrauen!

Israel konnte Gottes Stimme nicht hören, weil sie die Stimme eines Menschen vorzogen. Ich frage Sie: Könnte dies der Grund sein, weshalb Sie Seine Stimme nicht hören?

Vielleicht haben Sie einen Götzen — irgendeinen geistlichen Leiter, Lehrer oder Evangelisten. Er redet über angenehme Dinge: Heilung, Wohlergehen, Glauben und Segnungen. Aber er sticht Ihnen nicht ins Herz, um Sünde aufzudecken! Sie wollen nicht erforscht werden; Sie wollen nur gesegnet werden — und so hören Sie stundenlang Kassetten und verschlingen seine Botschaften. Aber Sie beziehen Ihre geistliche Nahrung von einem Menschen und nicht von Christus!

Geliebte Mitchristen, viele können heute Gottes Stimme nicht hören, weil sie von Menschen indoktriniert sind! Die Bibel bezeichnet dies als den schlimmsten Götzendienst dieser letzten Tage — Abhängigkeit von falscher Lehre, falschen Lehrern, Indoktrination durch Menschen, die nicht im Auftrag Gottes reden.

Ich wende mich nicht gegen diese Menschen, sondern gegen Irrlehre und Irrtümer, gegen falsche Lehren, die überall aufkeimen und die Seelen der Menschen zersetzen. Wer solchen Lehren nachläuft, wird halbherzig und verwirrt und endet in einer Sackgasse. Er geht an den wahren Segnungen und der Gunst Gottes vorbei!

Es ist an der Zeit, daß jeder Gläubige direkt zum Herrn geht und Seine Stimme hört - ohne einen anderen Menschen dazwischen! Sie müssen lernen, Gottes Stimme selbst zu hören. Ja, Sein Geist wird bohren, forschen, überführen, handeln. Aber Sie werden Seine Stimme nie kennen, bevor Er nicht Ihr ganzes Herz besitzt!

Ich möchte nun zu den übriggebliebenen, bußfertigen Gläubigen reden, die die Stimme ihres Herrn wirklich hören und kennen wollen:

Gott möchte, daß Sein heiliges Volk täglich und beständig Sein vertrautes Reden hört!

Gott möchte zu Ihnen reden, als ob Sie mit Ihm zu Tisch säßen. Er möchte sich von Herz zu Herz über alles und jedes mit Ihnen unterhalten! Die Bibel sagt: "Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir" (Offenbarung 3,20).

Dieser Vers wurde fälschlicherweise oft auf Unerrettete bezogen. Wir legen aus, daß Jesus vor der Herzenstür des Sünders steht und eintreten möchte. Nein — Christus spricht hier zu den Gläubigen!

Der Kontext zeigt, daß Christus zu denen redet, die in weiße Gewänder (Gerechtigkeit) gekleidet sind, die im Feuer geläutertes Gold von Ihm gekauft haben, deren Augen gesalbt sind (mit Offenbarung), die geliebt, überführt und gezüchtigt werden (Verse 18-19). Das sind bußfertige, heilige Menschen, die Gottes Stimme kennen wollen!

Als ich den zwanzigsten Vers dieses Abschnitts immer wieder las, sprangen mir drei Worte in die Augen: "Die Tür öffnen! Die Tür öffnen!" Und der Geist Gottes sprach klar in mein Herz: "David, du hast Mich deshalb nicht so gehört, wie Ich gehört werden will, weil du in deinem Geist nicht völlig offen für Mein Reden bist!"

Theologisch gesehen wissen wir, daß Jesus in unserem Herzen wohnt, doch die meisten von uns behalten eine kleine Kammer unseres Herzens zurück, die wir dem Herrn nie öffnen. Das ist der Sitz unserer Seele, der wahre Kern unseres Seins — er macht uns zu der Person, die wir sind. Und aus diesem Kern entspringen all unsere Empfindungen.

Das ist die Kammer, an die Jesus anklopft und ruft. Er will damit sagen, daß es eine verschlossene Tür zwischen Ihm und Ihnen gibt, etwas, das Ihn daran hindert, hineinzukommen.

Ich betrachte diese Tür als eine Hingabe — eine Hingabe, die viele Christen noch nicht völlig getroffen haben. Die meisten Gläubigen beten: "Herr, ich brauche nur einen kleinen Rat, einige wegweisende Worte, eine Erinnerung daran, daß Du mich liebst. Laß mich nur wissen, ob ich es richtig oder falsch mache. Geh vor mir her und öffne die Türen!"

Doch Jesus antwortet: "Wenn du nur Weisung von Mir willst, kann Ich dir einen Propheten schicken, der sie dir geben wird. Wenn du nur wissen willst, wohin du gehen und was du tun sollst, kann ich jemanden senden, und du kannst es aus seinen Worten herausfiltern. Aber an Mir gehst du dann vorbei!"

Die Wahrheit ist, daß Jesus mehr will! Er möchte Ihre Nähe, Ihre tiefsten Emotionen — die geöffnete Kammer Ihres Herzens. Er möchte sich zu Ihnen setzen und Ihnen mitteilen, was auf Seinem Herzen ist — Er möchte von Angesicht zu Angesicht zu Ihnen reden. Er möchte Ihnen ganz nahe sein, in absolut vertrauter inniger Gemeinschaft mit Ihnen stehen!

Das dritte Kapitel der Offenbarung ist ein wunderbares Bild dafür. Es spricht von Liebe und Vertrautheit, von Geheimnissen, die miteinander geteilt werden, und von zärtlichen Worten. Christus sagt hier: Ich möchte dir Mein Herz mitteilen. Ich möchte, daß du Meine Wege kennst, damit selbst die Gedanken, die du denkst, Meine Gedanken sind. Ich möchte, daß Meine Stimme mehr und mehr in deinem Herzen durchkommt, bis sogar dein Denken Christi Sinn entspricht!"

Er steht vor der Tür, klopft an und fragt nach Hingabe - nach einem Schritt des Glaubens, der ausdrückt, daß Sie Ihm Ihr Herz, Ihre Seele und Ihren Sinn öffnen werden. Das kann nicht durch Emotionen oder Gefühle geschehen, sondern muß eine Entscheidung zur Hingabe sein, die Sie im Glauben treffen. Dadurch sagen Sie Ihm: "Jesus, ich gebe mich Dir hin — nicht den Fragen, nicht der Weisung. Ich öffne Dir die Tür zu meinem ganzen Sein!"

Wenn Jesus hineinkommt, bringt Er Speise, Brot — mit anderen Worten sich selbst. Und wenn Sie von Ihm nehmen, werden Sie völlig satt werden!

Das Hohelied Salomos zeichnet ein wunderbares Bild von Christus, der zur Tür hereinkommen will!

Die Braut im Hohelied Salomos sagt:

"Ich schlief, aber mein Herz war wach. Horch, mein Geliebter klopft: Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene! Denn mein Kopf ist voller Tau, meine Locken voll von Tropfen der Nacht" (Hohelied 5,2).

Mit dem Bräutigam in dieser Szene ist Jesus gemeint. Er klopft an die Tür Seiner Braut und sagt: "Öffne Mir, Meine Geliebte. Mein Kopf ist voller Tau [das heißt: Ich habe um unsere Liebe gelitten]." Die Braut hört Ihn klopfen, aber sie liegt im Bett. Sie liebt den Bräutigam, aber sie ist zu müde, um aufzustehen und Ihm die Tür zu öffnen.

Dann geschieht etwas. Sie sagt: "Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung, da wurden meine Gefühle für ihn erregt" (Vers 4). In der Antike waren Türen mit einer Öffnung versehen. Der Bräutigam sehnt sich hier so sehr nach seiner Braut, daß er die Hand durch die Öffnung steckt und versucht, die Tür von innen zu öffnen. Aber irgendetwas hindert ihn daran. Also schaut er seine Braut durch die Öffnung an — und sieht, daß sie nur halbwach und schläfrig ist.

Er wundert sich: "Liebt sie mich wirklich? Warum öffnet sie mir nicht in freudiger Erwartung? Warum sehne ich mich so danach, bei ihr zu sein — wo ihr das Zusammensein so gleichgültig ist?"

Liebe Mitchristen, das ist genau das, was der Herr von Seiner Gemeinde will! Er möchte, daß wir wartend und voller Liebe an der Tür stehen — statt Ihn zu meiden, als wäre Er nicht der sehnsüchtig Geliebte unseres Herzens!

Menschen, die verliebt sind, wollen miteinander allein sein. Und dieses Bild verdeutlicht, was Christus für uns empfindet: Er sehnt sich so nach inniger Gemeinschaft mit uns, daß Er regelrecht versucht, die Tür von innen aufzuschließen! Doch ich frage Sie: wie oft wollte Jesus Gemeinschaft mit Ihnen, und Sie haben Ihn ausgeschlossen?

An diesem Punkt steht die Braut auf und riecht den Duft ihres Geliebten (die Myrrhe) auf dem Riegel ihrer Tür: "Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen, da troffen meine Hände von Myrrhe und meine Finger von flüssiger Myrrhe, als ich sie legte an die Griffe des Riegels" (Vers 5).

Schließlich sagt sie: "Ich öffnete meinem Geliebten, aber mein Geliebter hatte sich abgewandt, war weitergegangen. Ich war außer mir, daß er weg war. Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, doch er antwortete mir nicht" (Hohelied 5,6).

Der Bräutigam war weg! Er liebte sie immer noch — aber sein Verhalten drückte aus: "Sie empfindet keine innige Liebe für mich — sie betrachtet mich als selbstverständlich! Ich muß mich zurückziehen, bis sie gelernt hat zu schätzen, wer ich bin."

Geliebte, manchmal muß sich der Herr aus demselben Grund von uns zurückziehen! Wenn Er das tut, sagt Er uns damit: "Ich möchte, daß du von ganzem Herzen zu Mir kommst. Ich möchte, daß du Mich liebst — dich mit allem, was in dir ist, nach Mir sehnst!"

Plötzlich merkt die Braut, wie gleichgültig sie ihren Bräutigam behandelt hat! Sie läuft durch die Straßen und ruft: "Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, wenn ihr meinen Geliebten findet, was wollt ihr ihm ausrichten? Daß ich krank bin vor Liebe" (Vers 8) Sie sagt: "Alles an ihm ist begehrenswert" (Vers 16).

Das ist das Bild einer wachen Gemeinde, die sich ihrer Sehnsucht nach Christus bewußt ist! Diejenigen, die sich nach dem Bräutigam sehnen, stehen schon an der Tür, wenn Jesus klopft. Sie stehen bereit, mit der Hand an der Tür, um sich der vertrauten Gemeinschaft mit Ihm zu öffnen!

Wie die Braut in diesem Abschnitt müssen wir wach werden und erkennen, wer Jesus in uns ist! Wir müssen wie die Braut sagen: "Das ist mein Geliebter, mein Leben. Ohne Ihn kann ich nicht sein!"

Haben Sie sich der liebevollen Gemeinschaft mit Jesus noch nicht geöffnet? Haben Sie den Bräutigam noch nicht hereingelassen? Öffnen Sie Christus Ihre Seele und Ihren Geist, und vertrauen Sie Ihm, daß Er hineinkommen wird. Lassen Sie Ihn Ihre Quelle sein, Ihr Alles. Und glauben Sie, was Er gesagt hat: "Ich werde hineingehen und mit dir essen" (siehe Offenbarung 3,20).

In Seiner Gegenwart, wenn Sie mit Ihm allein sind, werden Sie Ihn kennenlernen — Seinen Duft, Seine Wege, Sein Herz. Und Sie werden lernen, Seine Stimme zu unterscheiden — die Stimme des Einen, der Sie genug liebt, um beharrlich zu klopfen und um vertraute Gemeinschaft mit Ihnen zu bitten.

Kommen Sie Ihm nahe - und Sie werden Seine Stimme kennen!

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