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Gott hat Sie nicht übergangen

by David Wilkerson | February 27, 2006

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February 27, 2006

Ich möchte mit Ihnen zu einem dunklen Tag in der Geschichte Israels zurückkehren. An diesem Tag stand eine Witwe vor drei Särgen, von einer Trauerschar umringt. In dieser trauernden Menge standen Hunderte anderer weinender Witwen sowie Dutzende verwundeter Soldaten, deren Wunden zum Teil noch bluteten.

Mitten in dieser Szene befand sich die namenlose Witwe, die sich vor den drei Särgen kaum aufrecht halten konnte. Schwanger und unter Schmerzen war sie dem Kollaps nahe und musste von zwei Helferinnen gestützt werden. Diese Frau war geistig und geistlich tot; sie hatte keine Lebenskraft mehr und war völlig von Kummer und Schmerz überwältigt.

In einem der Särge lag ihr 88-jähriger Schwiegervater Eli, der Hohepriester Israels. Ein einem anderen lag ihr Schwager Hofni, der ebenfalls Priester war. Doch in dem Sarg, über den die Frau sich beugte, lag der Leichnam ihres Mannes Pinhas.

In dieser Zeit der Geschichte Israels befand sich die Nation in einer schlimmen Lage. Wenige Tage zuvor war das Heer der Israeliten in den Kampf gegen die Philister gezogen und überwältigt worden. Rund 30 000 Männer waren im Kampf gefallen, darunter die zwei Söhne Elis, Hofni und Pinhas. Als der Hohepriester hörte, dass der Feind die Bundeslade erbeutet hatte und dass seine beiden Söhne tot waren, stürzte er rückwärts von seinem Stuhl und brach sich das Genick.

Die Bibel deutet an, dass die namenlose Witwe von Pinhas eine Liebe zu den Dingen Gottes hatte. Sie hatte Ehrfurcht vor der Gegenwart des Herrn und war betrübt über den Verlust der Bundeslade an die Philister (siehe 1. Samuel 4,19). Sicher war sie auch darüber bekümmert, wie sehr Gleichgültigkeit und Gier unter dem Dienst ihres Schwiegervaters das Haus Gottes verfallen ließen.

Unter Eli als Hoherpriester verschlossen die Hirten Gottes immer wieder die Augen vor allen erdenklichen Sünden. Elis eigener Sohn Hofni war ein verdorbener Priester, der innerhalb der Umzäunung des Heiligtums Ehebruch beging. Auch Pinhas war ein lau gewordener, ehebrecherischer Priester, dessen ungezügelte Begierde ständig den Tempel schändete. Jahrelang hatte seine betrübte Frau mit einer prophetischen Warnung in den Ohren gelebt, die ein ungenannter Prophet dem Haus Eli mitgeteilt hatte: „Aller Nachwuchs deines Hauses soll im <besten> Mannesalter sterben. Und das soll dir das Zeichen sein, das über deine beiden Söhne Hofni und Pinhas kommen wird: An einem Tag sollen beide sterben“ (1. Samuel 2,33-34).

Stellen Sie sich den unfassbaren Schmerz dieser Witwe vor, die nun zum Ort der Bestattung getragen wurde. Ihr Mann hatte im Tempel Frauen verführt, Frauen, denen sie wahrscheinlich gedient hatte. Der Dienst im Tempel war völlig von Begierde, Gier und Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen Gottes geprägt. Die wahren Propheten des Herrn hatten seit Jahren vor drohenden Gerichten über die Verdorbenheit der Priester gewarnt. Und das Volk war durch die Heuchelei im priesterlichen Dienst desillusioniert. Nun brach von allen Seiten Unglück über das Volk herein. Das Schlimmste war, dass die Feinde Israels die Bundeslade an sich gerissen hatten, die ein Zeichen der Gegenwart Gottes war.

Aus der Sicht dieser armen Frau hatten die Feinde des Herrn gesiegt. Wohin sie auch blickte, sah sie eine zerstörte Gemeinde und eine Nation ohne Hoffnung. Es gab buchstäblich keine Aussicht auf Freude mehr, sondern nur noch Gericht. Für diese Frau kam noch der persönliche Schmerz über den ehebrecherischen Betrug ihres Mannes hinzu.

Nachdem ihre geliebten Angehörigen bestattet waren, brach sie plötzlich vor dem Grab zusammen und bekam Wehen: „Als sie die Nachricht hörte, dass die Lade Gottes weggenommen worden war und dass ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte sie sich nieder und gebar, denn ihre Wehen überfielen sie. Und ... die Frauen, die um sie her standen [sagten]: Fürchte dich nicht, denn du hast einen Sohn geboren!“ (1. Samuel 4,19-20).

Es gab viele andere Frauen an dieser Grabstätte, die ihre Ehemänner beim Kampf gegen die Philister verloren hatten. Sie versuchten, Pinhas’ Witwe zu trösten, indem sie ihr sagten: „Fasse Mut. Jetzt gibt es Hoffnung für dich, einen ganz neuen Anfang mit diesem neugeborenen Sohn. Gott hat dich also doch nicht übergangen.“ Sie sahen, dass inmitten von Tod und Chaos neue Hoffnung aufkeimte.

Doch Pinhas’ Witwe war schon überzeugt: „Der Herr hat mich verlassen. Seht nur all das Unglück, die Gottlosigkeit, den Niedergang. Meine Gebete sind nicht erhört worden. Es gibt keine Hoffnung mehr.“ Sie war völlig untröstlich. Selbst nachdem sie ihr Baby zur Welt gebracht hatte, wollte sie ihren Sohn nicht sehen und schob ihn beiseite. Ihre letzten Worte, bevor sie starb, lauteten: „Sein Name ist Ikabod. Nennt ihn so, denn die Herrlichkeit ist von Israel gewichen. Die Bundeslade Gottes wurde weggenommen“ (siehe 1. Samuel 4,21-22).

Einfach ausgedrückt gab sie den Kampf auf, und damit starb sie. Ich glaube, dass die eigentliche Todesursache dieser Frau abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit war. Bis auf den heutigen Tag bedeutet „Ikabod“ den Verlust der Gegenwart Gottes und die Hoffnungslosigkeit seines Volkes.

Jeder Christ steht vor denselben drei Arten des Schmerzes wie Pinhas’ Witwe: Schmerz über den Zustand der Nation, Schmerz über den Zustand der Gemeinde und Schmerz über persönliches Leid und eigenen Verlust. Wie sie leben wir in einer Zeit des moralischen und geistlichen Niedergangs. Fast täglich sehen wir teuflische Angriffe gegen den Namen Christi. Der Feind zersetzt nach und nach unsere moralischen Werte, die nicht nur für unsere Nation, sondern auch für viele andere die Grundlage gewesen waren.

Wir haben erlebt, wie das Gebet per Gesetz aus amerikanischen Schulen verbannt wurde. Die Zehn Gebote wurden aus den Bundes- und Landesgerichtshöfen entfernt. Einige Staaten erlassen Gesetze, die den in der Regierung tätigen Kaplänen verbieten, den Namen Christi anzurufen. Mittlerweile setzen sich die Gerichtshöfe unseres Landes über Gottes Autorität hinweg und verbieten sogar die Erwähnung seines Namens.

Homosexuelle und ihre mächtigen Freunde sind offenbar nicht aufzuhalten in ihrer Besessenheit, die Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Ehen durchzusetzen. Ein neuer Kinofilm mit homosexuellen Cowboys wird für die Academy-Awards nominiert, nachdem einige Kritiker ihn als den besten Film bezeichnet haben, der je gedreht wurde. Er wird als ein Film angepriesen, der unsere Gesellschaft für immer verändern wird. Sie können sicher sein, dass es nur der erste von vielen Spielfilmen dieser Art sein wird.

Unser Dienst erhält Dutzende Briefe und E-Mails aus Amerika und aller Welt von Christen, die Jesus lieben. Bedrückt fragen sie: „Was geht in Amerika vor sich? Amerika war einmal dafür bekannt, durch seine missionarischen Bemühungen das Licht des Evangeliums in alle Welt zu tragen. Jetzt sieht die Sache völlig anders aus. Schmutzige Fernsehprogramme werden ausgestrahlt, die über Christen, moralische Maßstäbe und Jesus Christus selbst ihren Spott treiben. Solche Sendungen verherrlichen Homosexualität und reißen die Werte der Familie nieder. In den Gerichtshöfen wird überall das Christentum verhöhnt. Christen gelten dort als Fanatiker oder als dumm, nur weil sie glauben. Wo wird das alles enden? Nichts scheint den moralischen Erdrutsch aufhalten zu können. Wann wird der Herr diesem Treiben ein Ende machen?“

Diesen Hohn findet man nicht nur im säkularen Bereich. Auch in Gottes Haus selbst werden stupide, unheilige Dinge veranstaltet. Vor einigen Wochen erfuhr ich von so genannten „Ringkampf-Gemeinden“, in denen die Kanzeln durch Kampfringe ersetzt wurden. Ringkämpfer, die sich als Christen ausgeben, schlagen sich gegenseitig Stühle über den Schädel, spucken echt aussehendes Kunstblut und bekennen anschließend ihren Glauben. Nein! So etwas sollte in keiner Gemeinde vorkommen. Jeder Prediger des Wortes Gottes weiß, dass Gewalt genau der Grund war, weshalb Gott die Erde durch eine Flut zerstörte.

In tausenden Gemeinden wird nie über Sünde, Kreuz, Opfer, Gericht oder Hölle gesprochen. Gottes fürchtigen Wächtern wird nicht erlaubt zu sprechen, und Herzen werden nicht wachgerüttelt. Stattdessen konzentriert sich alles auf Erfolg und jede Predigt soll dazu dienen, dass Menschen sich wohl fühlen. Das alles führt zu Gleichgültigkeit, Habgier, Selbstbezogenheit und Herzenskälte. Und es schmerzt gottesfürchtige Christen überall, weil sie sehen, wie dem Namen Gottes Schande gebracht wird.

Stellen Sie sich eine ähnliche Situation in Israel vor. Als Pinhas’ Witwe sah, wie die Sünden Schilos sich bis zum Himmel türmten, wusste sie, dass Gottes Gegenwart nicht bei einem solchen Volk bleiben konnte. Der Herr hatte keinen Anteil daran.

„Er gab die Wohnung zu Silo auf, das Zelt [Gemeinde], in dem er unter den Menschen wohnte“ (Psalm 78,60). Gott zog sich völlig aus der Gemeinde der Habgier zurück und entfernte seine Herrlichkeit aus diesem abtrünnigen Haus fleischlicher Gesinnung. Und er fällte sein Urteil, indem er „Ikabod“ über den Eingang dieser Gemeinde schrieb.

Wenn wir in die Zeit Jeremias zurückblicken, sehen wir den Propheten zu derselben Art von habgieriger, selbstbezogener Gemeinde reden. Jeremia erklärt, dass jeder nur an sich selbst dachte und dass Gottes Hirten nur Frieden, Glück und Wohlstand predigten. Diese Pastoren „verkauften“ das Volk und bereicherten sich auf Kosten von Witwen und anderen Wehrlosen in der Gesellschaft.

Der Herr sagte unmissverständlich zu Jeremia: „Das ist nicht meine Gemeinde. Das ist mir ein Gräuel.“ Dann wies er den Propheten an, die Priester zu warnen: „Heult, ihr Hirten, und schreit um Hilfe! Und wälzt euch <in der Asche> … Verloren ist <all> die Zuflucht für die Hirten und <jedes> Entrinnen für die Mächtigen der Herde … Denn der HERR verwüstet ihre Weide ... Er hat ... (sie) verlassen“ (Jeremia 25,34-36).

Schließlich sagte Gott: „[Ich] will ... <mit> diesem Haus wie <mit> Silo verfahren“ (Jeremia 26,6). Damit gab er zu verstehen: „So werde ich jede fleischlich gesinnte, habgierige Gemeinde in jedem Zeitalter richten.“ Er wies Jeremia an: „Rede all die Worte, die ich dir geboten habe, zu ihnen zu reden; lass kein Wort weg! ... Und die Priester und die Propheten und das ganze Volk hörten Jeremia diese Worte im Haus des HERRN reden“ (Verse 2 und 7).

Wie reagierten die Menschen auf Jeremias Botschaft? „Da ergriffen ihn die Priester und die Propheten und das ganze Volk und sagten: Du musst sterben! Warum hast du im Namen des HERRN geweissagt: Dieses Haus wird wie Silo werden, und diese Stadt wird in Trümmern liegen, ohne Bewohner?“ (Verse 7-9).

Denken Sie an all die Wohlstandpredigten in der heutigen Gemeinde. Als ich kürzlich eine Familie besuchte, hatten sie ein christliches Fernsehprogramm eingeschaltet. Jede Sendung konzentrierte sich auf Wohlstand. Aus der Bibel wurde sehr wenig erwähnt, und wenn doch, wurden die Zitate auf eine Botschaft abgestimmt, die das Ich stärken sollte. Ich war tief betroffen.

Dieses Evangelium der Selbstbedienung und Bereicherung und das konkurrierende Gemeindesystem, das dieses Evangelium verbreitet, stehen nun unter dem Ikabod-Bann. Sie sind verflucht und tot, und bald werden wir Gott tun sehen, was er bei Israel ankündigte: „Ich werde mit diesem Haus verfahren wie mit Schilo.“ Er wird den Geldbaum fällen und ein großer Ruin wird folgen. Die Mietlinge unter den Hirten werden vor dem Bankrott stehen und ihre umfangreichen Gemeindeprogramme werden über Nacht verschwinden.

Eines hatte Pinhas’ Witwe nicht erkannt: Aus den Ruinen dieser Eli-Gemeinde der Gier würde Gott etwas Neues hervorbringen. Durch ein übernatürliches Werk würde er seine Herrlichkeit zurückbringen. Und das alles geschah direkt vor dieser Frau, in ihrem eigenen Haus.

Sehen Sie, mitten in Schilo, während das Gericht über Israel erging, erweckte der Herr eine Samuel-Gemeinschaft. Das waren Menschen, die von der Welt entwöhnt waren. Sie kannten die Stimme des Herrn und waren ihm völlig hingegeben.

Auch in dieser Generation hat der Herr eine Samuel-Gemeinschaft, die er aus den Ruinen einer habgierigen Gemeinde aufrichtet und zu sich ruft. Und er wird sie nie verlassen. Überall auf der Welt traf ich Mitglieder dieser unsichtbaren Samuel-Gemeinschaft. Sie hören klar vom Herrn und haben keine Angst, seiner Gemeinde ein warnendes Wort zu bringen.

Außerdem hat Gott Scharen verborgener, unbekannter Propheten, die in der Schule der Schwierigkeiten und Nöte geschmiedet werden. Sie sind Teil der Samuel-Gemeinschaft und wissen, was bevorsteht, weil der Herr es ihnen gesagt hat. Trotz der kommenden Gerichte sind diese gottesfürchtigen Menschen voller Hoffnung und Freude, weil sie einen neuen Tag heraufkommen sehen.

Pinhas Witwe hatte eigentlich keinen Grund, sich über die Bundeslade Sorgen zu machen. Diese war nämlich mit einem Sühnedeckel gekrönt. Lassen Sie mich das erklären.

Im Israel des Alten Bundes war die Bundeslade ein Symbol für die Barmherzigkeit des Herrn, eine Tatsache von gewaltiger Tragweite, die in Christus verkörpert wurde. Wir sollen seine Barmherzigkeit annehmen, auf das rettende Blut seiner Barmherzigkeit vertrauen und für die Ewigkeit gerettet werden. Man mag also über das Gesetz höhnen, über Heiligkeit spotten, alles niedermachen, was von Gott spricht. Aber wenn wir Gottes Barmherzigkeit verspotten oder ins Lächerliche ziehen, folgt das Gericht unverzüglich. Wenn wir sein Blut der Barmherzigkeit mit Füßen treten, werden wir mit seinem schrecklichen Zorn konfrontiert.

Genau das geschah mit den Philistern, als sie die Bundeslade raubten. Tödliche Vernichtung brach über sie herein, und sie mussten zugeben: „Das ist kein bloßer Zufall und kein willkürliches Ereignis. Es ist Gottes Hand, die gegen uns steht.“ Betrachten Sie, was geschah, als die Bundeslade in den heidnischen Tempel Dagons gebracht wurde, um Israels Gott zu verspotten und herauszufordern. Mitten in der Nacht wurde der Sühnedeckel der Bundeslade zu einem Zepter des Gerichts. Der Götze Dagon stürzte vor der Bundeslade zu Boden und man fand ihn am nächsten Tag ohne Kopf und Hände daliegen.

Geliebte Mitchristen, an diesem Punkt müsste Amerika heute stehen. Wir hätten längst gerichtet werden sollen. Ich sage allen, die über die Barmherzigkeit Gottes spotten und ihr trotzen: Macht nur weiter; versucht nur mit allen Mitteln, die Gemeinde Christi unter die Macht des Säkularismus oder Agnostizismus zu bringen. Aber wenn ihr über die Barmherzigkeit Christi spottet, wird Gott alle eure Macht und Autorität zu Boden stürzen. Jeremia sagt: „Die Gnadenerweise des HERRN <sind es>, dass wir nicht zu Ende sind, ja, sein Erbarmen hört nicht auf“ (Klagelieder 3,22; mit Fußnote). Doch wenn ein Mensch über diese große Barmherzigkeit, die Christus ist, spottet, ist das Gericht gewiss.

Es ist nur der Barmherzigkeit des Herrn zu verdanken, dass das Gericht verzögert wird. Und Amerika genießt gerade den Vorzug dieser Gnade. Es ist unfassbar, wie unser Land mit anderen Nationen darum wetteifert, Gott und Christus aus der Gesellschaft zu beseitigen. Doch der Herr lässt sich nicht spotten; seine Güte währt ewig, und er liebt diese Nation. Ich glaube, deshalb gießt er noch immer seinen Segen über uns aus. Sein Wunsch ist, dass seine Güte uns zur Umkehr leiten wird (siehe Römer 2,4).

Die Samuel-Gemeinschaft gottesfürchtiger Männer und Frauen weiß das. Sie verzweifeln nicht über den gegenwärtigen Zustand Amerikas oder über die schreckliche Eli-Gemeinde der Habgier. Das steht bei ihnen einfach nicht im Mittelpunkt. Ja, sie sind betrübt über die schlimme Verdorbenheit, den Spott und die Sünde, und sie wissen, dass das Gericht kommen wird. Aber sie haben Hoffnung, weil sie wissen, dass Gott alles unter Kontrolle hat. Denn sie haben die Barmherzigkeit Gottes in Christus selbst erfahren und wissen, dass seine Güte ewig währt. Und anders als Pinhas’ Witwe werden sie nie resigniert meinen, der Feind würde den Krieg gegen Christus und seine wahre Gemeinde gewinnen.

Ich möchte jetzt zu denen sprechen, die etwas von dem Schmerz dieser betrübten Witwe erfahren haben. Ich spreche von einem Schmerz, der schwer ist, der unaufhörlich ist, der Leib, Herz und Geist berührt. Eine Not häufte sich auf die andere, und ein Ende scheint nicht in Sicht. Und der Schmerz ist unbeschreiblich.

Vielleicht ist Ihr Schmerz der Verlust eines geliebten Menschen. Der Schmerz einer zersetzenden Krankheit. Der Schmerz der Ablehnung. Der schlimme Schmerz einer zerbrochenen Ehe. Der Schmerz über Kinder, die in schrecklicher Sünde leben. Ein Schmerz, den kein anderer Mensch verstehen kann.

Kürzlich sprach ich mit einem Pastor, der mit so schlimmen körperlichen Schmerzen lebt, dass er sich manchmal vor Qual auf dem Boden krümmt. Er hat einen Arzt nach dem anderen aufgesucht, aber keiner konnte die Ursache finden oder ihn behandeln. Er ist gezwungen, ständig mit Schmerzen zu leben, die buchstäblich unerklärlich sind.

Dann gibt es Schmerzen, die tief in die geistliche Welt reichen, eine Bedrängnis des Geistes. Manche geistige Leiden sind so überwältigend, dass sie sich nicht darauf beschränken, unseren Glauben auf die Probe zu stellen; sie erschüttern die Grundfesten unseres Glaubens an Gott. Das ist die Art von menschlichem Schmerz, die uns ausrufen lässt: „O Herr, hast du mich verlassen? Hast du auch nur eines meiner Gebete gehört? Bist du überhaupt da?“

Es ist nicht ungewöhnlich für einen Gläubigen, einen „verschlossenen Himmel“ zu empfinden, wenn sie durch schwere Anfechtungen irritiert sind. Ihnen ist nicht nach Beten zumute, und wenn sie es doch tun, geschieht es ohne Leidenschaft. Sie sind zu belastet oder erschöpft durch ihre Not, um sich auf Gottes Wort zu konzentrieren, und wenn sie doch versuchen, darin zu lesen, kommt es nicht bei ihnen an.

An diesem Punkt tritt Satan ins Spiel. Er kommt genau auf dem Gipfel unseres Schmerzes oder Leids und pflanzt eine höllische Lüge. Es ist dieselbe Lüge, die er Christus bei der Kreuzigung einreden wollte: „Gott hat dich verlassen. Er hat dich aufgegeben und übergangen.“ Diese Angriffe können unerbittlich sein; sie bringen Lügen, Anklagen, Verdammnis und erschweren den Schmerz zusätzlich durch Schuldgefühle. Der Feind flüstert: „Du hast einfach nicht das Zeug, es zu schaffen. Du betest ja nicht einmal. Wie kannst du erwarten, errettet zu werden?“

Er will erreichen, dass Sie dem Beispiel der Witwe von Pinhas folgen, in abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit versinken und den Kampf aufgeben. Diese bedrängte Witwe machte einen tödlichen Fehler, indem sie aus ihrem schlimmen Schmerz folgerte: „Gott ist nicht mehr mit mir. Ich fühle seine Gegenwart nicht mehr. Er hat mich verlassen.“ In diesem Moment kapitulierte sie völlig und gab ihren Glauben auf.

Das führt mich zu einer besonders großen Last, die ich als Hirte des Herrn habe. Unaufhörlich habe ich ihn angerufen: „O Gott, wie kann ich Christen, die so großen Schmerz und so tiefes Leid tragen, Hoffnung und Trost bringen? Gib mir eine Botschaft, die ihre Zweifel und Ängste aufheben wird. Gib mir deine Wahrheit, die die Tränen der Trauernden trocknen und den Hoffnungslosen ein Lied in den Mund legen wird.“

Die Botschaft, die ich vom Heiligen Geist für das Volk Gottes höre, ist sehr einfach: „Geht zu meinem Wort und stellt euch auf meine Verheißungen. Verwerft eure Gefühle des Zweifels.“ Jede Hoffnung wird aus Gottes Verheißungen geboren.

Kürzlich erhielt ich einen Brief, der ein anschauliches, lebendiges Beispiel dafür enthält. Er stammt von einer Mutter, die mir schrieb: „Meine Tochter ist jetzt sechzehn Jahre alt. Sie hat eine Krankheit, die ihre Muskeln, Bänder und Gelenke degenerieren lässt, und leidet vierundzwanzig Stunden am Tag unter großen Schmerzen. Meinen Sohn habe ich 1997 verloren, als er wegen derselben Schmerzen Selbstmord beging. Er war zweiundzwanzig Jahre alt, als er sich nach neunjährigen Leiden das Leben nahm. Er konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen.

Meine Tochter tanzte Ballett und freute sich darauf, die Julliard School in New York zu besuchen. Aber ihre Träume wurden zunichte, als sie mit derselben Krankheit geschlagen wurde, die ihren Bruder gequält hatte. Nach Aussage der Ärzte erreichen ihre Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 den Wert 14. Die Dosis an Schmerzmitteln, die bei ihr nötig wären, würden ihre Nieren zerstören; deshalb kann sie die Medizin nicht nehmen. Sie liebt den Herrn, und es ist eine Freude, in ihrer Nähe zu sein. Sie ist eine wunderbare Dichterin, deren Schriften in über zehn Veröffentlichungen erschienen sind, und sie wurde in das internationale Verzeichnis ‚Who’s who in Poetry’ aufgenommen.“

Angesichts dieser schlimmen Not, mitten in einer unablässigen körperlichen und seelischen Erschütterung, haben diese Mutter und ihre Tochter ihre Hoffnung auf Gottes Wort gegründet. Und er hat ihnen Frieden gegeben.

Standen Sie vor der Versuchung zu folgern, der Herr wäre nicht mit Ihnen? Haben Sie fast Ihren Glauben aufgegeben? Setzen Sie Ihre Hoffnung auf das Wort, das der Herr für Sie hat:

  • „Er hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen«“ (Hebräer 13,5).
  • „Dem Unterdrückten ist der HERR eine hohe Feste, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal. Auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, HERR“ (Psalm 9,10-11).
  • „Vom HERRN her werden eines Mannes Schritte gefestigt, und seinen Weg hat er gern; fällt er, so wird er doch nicht hingestreckt, denn der HERR stützt seine Hand. Ich war jung und bin auch alt geworden, doch nie sah ich einen Gerechten verlassen, noch seine Nachkommen um Brot betteln ... Der HERR ... wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden sie bewahrt“ (Psalm 37,23-25.28).
  • „In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; erfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet“ (2. Korinther 4,8-9).

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der revidierten Elberfelder Übersetzung 1991. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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