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Gott in unmöglichen Situationen vertrauen

by David Wilkerson | January 7, 2008

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January 7, 2008

„Nicht schwach im Glauben, zog (Abraham) nicht seinen schon erstorbenen Leib in Betracht, weil er schon fast hundertjährig war; auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara“ (Römer 4,19; a. d. englischen King James Version).

Das Wesen des wahren Glaubens findet man in diesem einen Vers. Gott hatte Abraham gerade versprochen, dass er einen Sohn haben würde, einen, der zum Stammvater vieler Nationen werden würde. Bemerkenswerterweise zuckte Abraham bei dieser Zusage nicht zusammen, obwohl er schon deutlich über das zeugungsfähige Alter hinaus war. Stattdessen wird uns erzählt, dass Abraham, als er dieses Wort vom Herrn erhielt, „nicht seinen schon erstorbenen Leib in Betracht [zog] … auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara.“

Für das natürliche Denken war es unmöglich, dass diese Verheißung erfüllt würde. Doch Abraham hielt sich nicht mit einer derartigen Unmöglichkeit auf. Gemäß Paulus machte sich der Patriarch keine Gedanken darüber, wie Gott seine Verheißung erfüllen würde. Er diskutierte nicht mit Gott: „Aber Herr, ich habe doch keinen Samen mehr, um zu pflanzen. Und Sara hat kein Leben mehr in ihrem Mutterleib, um zu empfangen. Meine Frau hat nicht mehr die Fähigkeit, Kinder zu gebären, Also wie willst du das tun, Herr?“ Statt sich mit solchen Fragen zu befassen, „zog“ Abraham einfach „nicht in Betracht“.

Tatsache ist, wenn Gott daran arbeitet, einen Glauben hervorzubringen, der sich bewährt hat und der besser ist als Gold, dann spricht er zuerst ein Todesurteil über alle menschlichen Auswege. Er verschließt jeder menschlichen Argumentation die Tür, und umgeht so eine rationale Lösung.

Ich spreche hier vom Absterben aller menschlichen Möglichkeiten. Es ist ein Ort, an dem menschengemachte Pläne erst gedeihen, dann aber absterben. Es ist ein Ort, an dem menschliche Hoffnungen eine vorübergehende Erleichterung bringen, dann aber rasch in sich zusammenfallen und das Gefühl der Hilflosigkeit noch verstärken.

Sind Sie jetzt an diesem Ort des Erstorbenseins? Scheint es für Sie überhaupt keine Möglichkeiten mehr zu geben? Sie können niemanden um Rat bitten. Die Himmel sind wie Eisen wenn Sie beten, und Ihre Bitten verhallen im Nichts.

Ich sage Ihnen, hier ist Gott am Werk. Sein Heiliger Geist wirkt, damit Sie aufhören, über die Unmöglichkeiten nachzudenken – damit Sie aufhören, nach menschlichen Mitteln und Wegen zu suchen – damit Sie aufhören, einen eigenen Ausweg aus Ihrer Situation zu finden. Der Heilige Geist drängt Sie: „Gib es auf, bei irgendeinem Menschen nach Hilfe zu suchen. Und konzentriere dich nicht ständig darauf, für wie hoffnungslos du die Lage hältst. Das sind Hindernisse für deinen Glauben.“

Abraham wankte nicht in seinem Glauben. Stattdessen war er „völlig überzeugt, dass was (Gott) verheißen hat, er auch zu tun vermochte“ (4,21; a. d. englischen King James Version). Er erkannte, dass Gott fähig ist, mit nichts zu wirken. Unser Herr erschafft in der Tat aus einem Nichts heraus. Denken Sie an den Bericht der Genesis: Aus dem Nichts erschuf Gott die Welt. Mit einem einzigen Wort erschafft er. Und er kann Wunder für uns schaffen, aus dem Nichts.

Wenn alles andere scheitert – wenn jeder Plan und jede Überlegung von Ihnen zunichte geworden ist – dann ist das der Moment für Sie, alles auf Gott zu werfen. Es ist an der Zeit für Sie, jede Zuversicht aufzugeben, irgendwo anders einen Ausweg zu finden. Dann, sobald Sie bereit sind zu glauben, sollen Sie Gott nicht als einen Töpfer ansehen, der Ton braucht, sondern als einen Schöpfer, der aus dem Nichts wirkt. Und aus nichts, was von dieser Welt oder ihren Materialien ist, wird Gott auf eine Weise und mit Mitteln wirken, die Sie sich nie hätten vorstellen können.

Die Antwort auf diese Frage finden wir in der Geschichte von Zacharias, dem Vater von Johannes, dem Täufer. Zacharias wurde von einem Engel besucht, der ihm mitteilte, dass seine Frau, Elisabeth, ein ganz besonderes Kind zur Welt bringen würde. Aber Zacharias – der schon in fortgeschrittenem Alter war, wie Abraham – weigerte sich, das zu glauben. Gottes Versprechen allein genügte ihm nicht.

Zacharias erwiderte dem Engel: „Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist weit vorgerückt in ihren Tagen“ (Lukas 1,18). Einfach ausgedrückt, Zacharias dachte über die Unmöglichkeiten nach. Er sagte damit: „Das ist nicht möglich. Du musst mir beweisen, wie das geschehen soll.“ Es klang nicht vernünftig.

Zacharias’ Zweifel missfielen dem Herrn. Der Engel sagte zu ihm: „Siehe, du wirst stumm sein und nicht sprechen können bis zu dem Tag, da dies geschehen wird, dafür dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden“ (1,20).

Die Botschaft ist klar: Gott erwartet von uns, dass wir ihm glauben, wenn er spricht. Genauso schreibt Petrus: „Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen im Gutestun“ (1. Petrus 4,19; Kursiv von mir).

Ich bin überzeugt, dass gerade jetzt der Glaube der Gemeinde Christi unter heftigen satanischen Angriffen steht. Alle dämonischen Horden der Hölle, Satans versammelte Fürsten und Mächte der Finsternis, führen einen Generalangriff gegen den Glauben der Heiligen Gottes.

Wir wissen, dass Satan immer heftige Angriffe über Gottes Volk gebracht und furchtbares Leid hervorgerufen hat. Über Jahrhunderte wurde das Blut von Märtyrern vergossen. Treue Heilige wie Hiob wurden schwer geprüft. Doch der Ansturm gegen die Gläubigen, den wir heute sehen, ist Satans letztes Aufbäumen.

So wie heute die Bosheit rund um die Welt reichlich vorhanden ist, so auch die Bedrängnisse und Anfechtungen der Gemeinde Gottes. Wir sehen ein nie da gewesenes Sperrfeuer von Krankheit, Bedrängnis, von Not auf Not, von einem Problem nach dem anderen – all das, was bei jedem Gläubigen ein überwindendes Leben unmöglich erscheinen lässt. Doch alles, womit wir gerade konfrontiert werden, ist übernatürlich.

„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen <Mächte> der Bosheit in der Himmelswelt“ (Epheser 6,12).

Hier war einen gottesfürchtiger Mann, der sich seines Glaubens allzu sicher war. Tatsächlich hatte Petrus gerade noch vor den anderen Jüngern geprahlt, dass sein Glaube alle Anfechtungen und Prüfungen überdauern würde. Er erklärte im Wesentlichen: „Andere mögen wanken, Herr, aber ich nicht.“

Es geschah am Passahfest, am letzten Tag des Dienstes Jesu auf Erden. Was war Christus‘ Antwort auf die kühne Glaubenserklärung von Petrus? Er sagte zu dem Apostel: „Simon, Simon! Siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen“ (Lukas 22,31).

Einige Gelehrte übersetzen die Bedeutung hier mit: „Satan hat verlangt, euch zu haben, euch zu sichten.“ Das Wort „sichten“ besagt ein wiederholtes, heftiges hin-und-her-Schütteln, dann ein Hoch- und Herunterwerfen.

Beachten Sie, dass Jesus mit diesen Worten dieselbe Forderung beschreibt, die Satan in Bezug auf Hiob stellte. Der Teufel hatte zum Herrn über Hiob gesagt: „Strecke deine Hand gegen ihn aus und rühre all das an, was er hat, und er wird dir ins Angesicht fluchen“ (Hiob 1,11; a. d. englischen King James Version). Nun, am Passahfest, wollte Satan versuchen, Petrus’ Glauben auf dieselbe Weise zu vernichten.

Jesus warnte Petrus, dass der Teufel ihn sichten und seinen Glauben angreifen würde. Doch Christus versicherte ihm auch: „Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht scheitert“ (Lukas 22,32; a. d. englischen King James Version).

Ich bin überzeugt, dass Satan dieselbe Forderung, die Auserwählten des Herrn zu sichten, heute intensiviert hat. Warum ist der Teufel so entschlossen, die Gerechten Gottes in unserer Zeit zu erschüttern? Weil er weiß, dass seine Zeit kurz ist. Weil die Sünde reichlich vorhanden ist und die Liebe vieler erkaltet. Weil er damit scheiterte, Hiob zu Fall zu bringen, Petrus zu Fall zu bringen, Generationen von Märtyrern zu Fall zu bringen. Also ist er jetzt entschlossen, den Glauben dieser letzten Generation zu Fall zu bringen.

In der Tat können die Angriffe Satans so überwältigend werden, dass unser Glaube eine Finsternis erfahren kann. Denken Sie daran, was bei einer Mondfinsternis geschieht: Wenn die Erde zwischen Sonne und Mond tritt, verdunkelt sie das Licht. Eine Zeit lang werden die Strahlen der Sonne unterbrochen.

Etwas Ähnliches kann mit dem Glauben selbst der treuesten Gläubigen geschehen. Satan kann so intensive Prüfungen bringen, dass sie das Licht zu blockieren scheinen, das unserem Glauben Kraft gibt.

Petrus erlebte eine schwere Glaubensfinsternis. Der ehemals so kühne Glaube des Apostels schien versagt zu haben. Doch Petrus war klar gewarnt worden, dass eine Glaubensfinsternis kommen würde. Jesus sagte ihm: „Der Hahn wird morgen nicht krähen, bist du mich dreimal verleugnet haben wirst.“

Nur Stunden später war Petrus’ Glauben völlig durcheinander. Ich kann nur ahnen, was diesem Mann durch den Kopf gegangen sein muss, um ihn zu veranlassen, gegen Christus zu fluchen und zu lügen, indem er sagte: „Ich kenne diesen Jesus nicht, von dem du redest.“

Überfrachtete Satan Petrus’ Gedanken mit Zweifeln daran, dass Jesus Gott im Fleisch war? Wenn ich mich selbst an Petrus’ Stelle versetze, stelle ich mir vor, wie er sich in dieser schrecklichen Nacht vieles fragte: „Wenn Jesus Gott wäre, wie könnte er eine solche Demütigung hinnehmen? Wie könnte er Gott sein und doch nicht fähig sein, sich selbst zu erlösen, geschweige denn die Menschheit?“

Der Glaube des Apostels fiel in eine totale Finsternis. Es schien, als wäre die strahlende Sonne des Glaubens völlig erloschen gewesen.

Doch Petrus‘ Finsternis hier ist zum Trost und zur Ermutigung für alle Gläubigen aufgezeichnet, die eine eigene Glaubensfinsternis durchmachen. Sind Ihre Anfechtungen so heftig geworden, dass Sie sich in so etwas wie einer scheinbar ausweglosen Lage wiederfinden? Nun hat Satan Zweifel in Ihre Gedanken gesät: Fragen, ob Gott Ihre Rufe hört, Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Verheißungen, Fragen über die Wirksamkeit des Gebets.

Eine neuere Umfrage zeigt, dass sich der Atheismus in Amerika und in der Welt rasch ausbreitet. Etwa 30 Prozent der Amerikaner sagen jetzt, dass sie nicht mehr an den Gott der Bibel glauben. Ihre Begründung für diesen wachsenden Unglauben, insbesondere der jungen Menschen, ist einfach: „Gott hat meine Gebete nie beantwortet.“

Ich sage Ihnen, wir sind mitten in einem Krieg! Sie stehen bösen Mächten gegenüber und kämpfen gegen den Vater aller Lügen um Ihren Glauben. Er ist derjenige, der diese kleinen Gedanken gepflanzt hat: „Wo ist dein Gott? Die Dinge entwickeln sich vom Schlechten zum Schlechteren. Dein Schmerz, dein Leiden, deine Nöte nehmen weiter zu. Gott hat versprochen, dir einen Fluchtweg zu schaffen. Also, wo ist dieser Weg? Wo ist dein Gott jetzt, wo du ihn am meisten brauchst?“

Sie werden jetzt geschüttelt und gesichtet. Und mitten in alledem scheint Ihr Glaube gescheitert zu sein. Wie Petrus befinden Sie sich in einer Finsternis. Sie fühlen sich besiegt, Ihr Glaube ist in Scherben.

Geliebte, ich habe gute Nachrichten für Sie: Gott ist nicht zornig auf Sie

Sie mögen fragen: „Leidet Jesus nicht, wenn wir ihm misstrauen? Betrübt es den Herrn nicht, wenn wir wanken und sein Wort und seiner Treue hinterfragen?“ Ja, ja, das tut er absolut. Aber diejenigen, die im Glauben versagt haben, können immer noch ihre Augen auf Jesus gerichtet halten.

„Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an“ (Lukas 22,61). Als Jesus‘ Blick den von Petrus traf, brach der Apostel zusammen und weinte.

Wie geduldig ist unser Herr, wie barmherzig. Er hört all unser Murren und Hinterfragen; er sieht die vielen zweifelnden Gedanken in unserem Denken – doch blickt er mit Vergebung und Barmherzigkeit auf uns.

Petrus wurde wiederhergestellt und führte ein wahres Glaubensleben. Erinnern Sie sich daran, Jesus hatte ihm an Passah dieses Wort der Ermutigung gegeben: „Wenn du einst zurückgekehrt bist, so stärke deine Brüder“ (22,32). Das ist das Wort des Herrn für Sie und für mich gleichermaßen; Er sagt zu uns wie er zu Petrus sagte: „Richte deine Augen weiter auf mich. Du wirst durch all das hindurchkommen. Und du wirst deinen Brüdern und Schwestern in meinem Haus helfen.“

Später, in der Apostelgeschichte, finden wir Petrus im Inneren eines Gefängnisses eingeschlossen vor. Ein Engel kommt zu ihm, schüttelt seine Ketten ab und weist ihn an, aufzustehen und wegzugehen. An diesem Punkt blickt Petrus nie auf die Unmöglichkeiten um ihn herum: die eisernen Tore, durch die er gehen muss, die vielen Wachen und Soldaten, an denen er auf eigene Gefahr vorbei muss. Stattdessen steht Petrus auf die Anweisung des Engels hin im Glauben auf, und als er an die eisernen Tore kommt, öffnen sie sich von selbst.

So wird es auch bei Ihnen sein, liebe Heilige, wenn Sie bereit sind aufzustehen, und im Glauben weiterzugehen.

Ich habe viele Briefe von Heiligen gelesen, die sich unmöglichen Situationen gegenübersehen. Eine Großmutter schreibt von ihrem Kummer über die Ermordung ihrer geliebten Enkelin. Die junge Frau wurde von ihrem ehemaligen Freund getötet, der sich dann selbst tötete. Diese Großmutter ist von Trauer überwältigt. Sie beendet ihren Brief mit einer flehentlichen Bitte: „Gibt es ein Wort von Gott für uns? Bitte helfen Sie.“

Eine Frau, die sich selbst als „im Glauben stark“ beschreibt, schrieb:

„Ich war fünfundzwanzig Jahre mit einem wunderbaren Mann verheiratet, der vor fünf Jahren an Diabetes starb. Ich heiratete später wieder, aber während der Flitterwochen stolperte und fiel mein neuer Mann, was zu einem Halswirbelbruch führte. Er wurde zwar geheilt, aber es stellten sich Komplikationen ein, mit Infektion und Blutgerinnseln. Innerhalb eines Monats starb er. Ich bin erschüttert. Ich verstehe nicht, wie so etwas geschehen konnte.“

Ein achtzigjähriger Pastor schreibt, dass seine Frau durch viele Operationen mit ständigen Schmerzen lebt. Ihr Schmerz ist so stark, dass sie kaum schlafen kann, aber die Ärzte sagen, dass sie ihr nicht helfen können. Der Pastor schließt seinen Brief hiermit: „Ich fühle mich wie ein zerschmetterter Krieger.“

Ich habe ein besonderes Wort für alle, die sich Unmöglichkeiten gegenübersehen:

„Der Herr, dein Gott in deiner Mitte, ist mächtig; er wird retten; er wird sich freuen über dich mit Fröhlichkeit; er wird in seiner Liebe ruhen, er wird sich mit Singen über dich freuen“ (Zephanja 3,17; a. d. englischen King James Version). Hier ist eine herrliche Offenbarung der Beständigkeit der Liebe Gottes für sein Volk. Die Schrift sagt uns, dass er in seiner Liebe für uns ruht und sich freut!

Das hebräische Wort, das hier mit „ruhen“ übersetzt ist, bedeutet, dass Gott nicht einen einzigen Zweifel an seiner Liebe zu uns hat. Mit anderen Worten, er hat seine Liebe zu uns fest gemacht, oder vorausbestimmt, und er wird sie nie zurücknehmen. Tatsächlich, es wird uns gesagt, dass Gott in seiner Liebe zu uns so überzeugt ist, dass er darüber singt.

Können Sie sich das vorstellen? Hier ist eine Manifestation der Freude Gottes im Himmel über Sie. John Owen legt diesen Vers so aus: „Gott hüpft, von Freude überwältigt.“

Darüber hinaus sagt uns Paulus, dass alles, was außerhalb der göttlichen Ordnung ist – alles, was aus Unglauben und Verwirrung ist – durch das Erscheinen von Gottes Liebe verwandelt wird. „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien“ (Titus 3,4).

Im Vers davor sagt Paulus: „Einst waren auch wir unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre“ (Titus 3,3). Mit anderen Worten: „Alles war aus der Ordnung geraten. Unser Glaube war kein überwindender. Aber dann erschien die Freundlichkeit und Liebe Gottes, die der Vater durch Christus überreichlich auf uns ausgegossen hat.“

Wenn Paulus sagt, dass die Liebe Gottes „erschien“, benutzt er ein Wort, dessen griechische Wurzel „auftragen“ bedeutet. Kurz: Der Herr blickte auf uns arme, ringende Seelen, voller Angst und Zweifel, herab und trug diese Wahrheit auf uns auf: „Meine Liebe wird dich erlösen. Ruhe und freue dich in meiner Liebe zu dir.“

Ich danke Gott für den Tag, an dem seine Liebe mir „erschien“. Es gibt keinen Glauben, der gegen Unmöglichkeiten standhalten kann, wenn nicht alles – jedes Problem, jede Bedrängnis – der liebenden Fürsorge unseres Vaters anvertraut wird. Wenn meine Umstände am schlimmsten sind, muss ich im schlichten Glauben ruhen.

Vielleicht sehe ich den Beweis nicht, aber Gott ist am Werk. In jedem Augenblick des Tages, in jeder Stunde, in der ich schlafe, ist er dabei, einen Weg für mich zu bereiten. Und sein Plan ist genau im Zeitplan, zu jeder Zeit. Was mir als Verzögerung erscheint, ist sein heiliges Werk. Er gelangt an Dinge, tief in mir, die bereinigt werden müssen, damit er seine Zusagen erfüllen kann.

Eines Tages werde ich auf diese Zeiten der Prüfung zurückschauen und sagen: „Herr, jetzt sehe ich es. Du warst die ganze Zeit da und hast mein Wunder gewirkt!“

Diejenigen, die in Verzweiflung stecken, können versucht sein, sich selbst aus der Gemeinschaft mit Gott auszuschließen. Das zu tun kann fatal sein. In Psalm 88 mögen Sie eine Beschreibung dessen finden, was Sie gerade durchmachen. Ein gottesfürchtiger Mann namens Heman erzählt von seiner hoffnungslosen Lage:

„Meine Seele ist voller Mühe. Ich wurde in die Grube gestürzt, und ich bin unter den Toten. Gott hat mich in die unterste Grube, in die Finsternis, gelegt, und sein Zorn lastet schwer auf mir. Meine Freunde haben mich verlassen. Ich bin eingeschlossen, umzingelt. Ich trauere wegen meiner Bedrängnis“ (meine Umschreibung). Und dann fordert Heman Gott heraus: „Wirst du an den Toten Wunder tun? Oder werden die Gestorbenen aufstehen, dich preisen? Wird von deiner Gnade erzählt werden im Grab, im Abgrund von deiner Treue? Werden in der Finsternis bekannt werden deine Wunder, und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?“ (88,11-13).

Heman sagt hier praktisch: „Ich brauche jetzt ein Wunder, Herr, nicht bei der Auferstehung. Das ist meine letzte Hoffnung. Bald wird es zu spät sein, weil ich tot sein werde. Du hast hier eine Frist, Herr. Hilf mir, oder es ist zu spät. Warum verwirfst du mich? Warum verbirgst du dein Angesicht vor mir? Warum erhörst du meine Schreie nicht?“

Das ist Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, eine offenbar ausweglose Krise.

Was kann eine gottesfürchtige Seele tun? Wie regiert eine gerechte Seele? Wie Heman sollen wir Tag und Nacht rufen: „HERR, Gott meines Heils! Des Tages habe ich geschrien und des Nachts vor dir. Es komme vor dich mein Gebet! Neige dein Ohr zu meinem Schreien! … Ich aber, o HERR, schreie zu dir, und am Morgen möge dir mein Gebet begegnen“ (88,2-3.14).

Hier sind drei Dinge, die ich in meinen Zeiten großer Bedrängnis tue:

  1. Ich empfange die Liebe und Freude meines himmlischen Vaters und glaube an sie.
  2. Ich schütte mein Herz vor ihm aus und schreie zu ihm im Stillen.
  3. Ich ermutige meine Seele täglich mit seinen Verheißungen.

Unser Glaube und unsere Kraft mögen schwach werden. Aber für unsere Zeiten der Schwachheit hat Gott uns herrliche Zusagen gegeben, uns zu erneuern und zu stärken. Hier sind einige seiner Verheißungen, die mich aufrecht halten:

  • „Gott ist meine starke Festung und vollkommen macht er meinen Weg. Er griff aus der Höhe, erfasste mich, zog mich heraus aus großen Wassern. Er rettete mich vor meinem starken Feind, vor meinen Hassern, denn sie waren mächtiger als ich. Ein Schild [Beschützer] ist er allen, die sich bei ihm bergen“ (2. Samuel 22,33.17-18.31).
  • „Du hast mich zum Kampf mit Kraft umgürtet“ (2. Samuel 22,40; Einheitsübersetzung 1980).
  • „Die, die gestürzt sind, sind umgürtet mit Stärke“ (1. Samuel 2,4; a. d. englischen King James Version).
  • „Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden“ (Psalm 29,11; Lutherübersetzung 1984).
  • „Der Gott Israels, er ist es, der Stärke und Kraft gibt dem Volk. Gepriesen sei Gott!“ (Psalm 68,36).
  • „Beim Schwinden meiner Kraft verlass mich nicht! ... Ich will kommen mit den Machttaten des Herrn, HERRN“ (Psalm 71,9.16).
  • „Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist ... Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion“ (Psalm 84,6.8).

Glauben Sie, dass Ihr Gott stark ist, wie der Psalmist erklärt? Wenn er es ist, dann kann keine Macht vor ihm bestehen. Legen Sie alles in seine mächtigen Hände der Stärke. Er wird einen Weg bereiten. Vor allem aber glauben Sie seinem Wort: „An dem Tag, da ich rief, antwortetest du mir. Du mehrtest in meiner Seele die Kraft“ (Psalm 138,3).

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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