Was ist das wahre Evangelium von Jesus Christus? Selbst viele Nichtchristen wissen, dass die Bibel vier Evangelien enthält: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Was ist also der wesentliche Inhalt dieser Evangelien oder der „Guten Nachricht“? Wenn Christen vom Evangelium Jesu Christi sprechen, wovon reden wir dann?
Die Bibel nennt uns mehrere Definitionen für dieses Evangelium. Und anhand dieser biblischen Definitionen sollten wir feststellen, ob das wahre Evangelium von Christus in seiner Gemeinde lebendig ist.
Der Herr sagte zu Petrus: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Matthäus 16,24).
Es ist klar, dass die Zugehörigkeit zur Gemeinde Jesu mehr bedeutet, als nur an ihn zu glauben. Heute geben viele Christen Jesus nur „ihre Stimme“. Ihre Einstellung lautet: „Ich habe Christus gewählt. Damit bin ich Mitglied seiner Partei.“ Doch sobald sie ihre Wahl getroffen haben, gehen sie weg und vergessen seine Herrschaft über ihr Leben völlig.
Jesus sagt, dass die Zugehörigkeit zu seiner Gemeinde viel weiter geht. Es geht um die verbindliche Entscheidung, ihm nachzufolgen. Und das bedeutet, ein Leben der Selbstverleugnung zu führen und ein Kreuz aufzunehmen. „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert“ (Matthäus 10,38).
Unser Herr macht es klar: „Wenn du meiner Gemeinde angehörst, dann sei bereit, wegen deines Glaubens an mich zu leiden und verfolgt zu werden. Sei bereit, dir allen Ruhm, alle Anerkennung und die Suche nach weltlichen Vergnügungen zu versagen. Menschen werden dich an ein Kreuz des Spotts, ein Kreuz der Herablassung, ein Kreuz der Ausgrenzung nageln. Und sie werden es tun, weil du nach mir hungerst und dürstest. Wenn du zu meiner Gemeinde gehörst, wird ein Kreuz sicher folgen.“
Es ist eine Tatsache, dass die Gemeinde Christi von der Welt nie befürwortet oder angenommen wurde. Und das wird auch nie geschehen. Wenn wir für Jesus leben, brauchen wir uns nicht von der Gesellschaft anderer absondern – das werden sie selbst tun. Wir müssen nur für Christus leben. Plötzlich werden wir feststellen, dass andere uns anklagen, ablehnen, für böse halten: „Die Menschen [werden euch] hassen, und … ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen“ (Lukas 6,22).
Aber dieser Weg, fügt Jesus hinzu, führt zu wahrer Erfüllung. „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden“ (Matthäus 16,25). Mit anderen Worten: „Wahre Erfüllung wirst du im Leben nur dann finden, wenn du dich ganz in meinen Dienst stellst. Dann wirst du wahre Freude, Frieden und Erfüllung finden.“ Christus sagt uns: „Meine Gemeinde hat keine Flecken oder Runzeln. Wenn du also zu mir kommst, musst du bereit sein, alle Sünden abzulegen. Du musst mir alles hingeben, deinem Ich sterben und jeden gottlosen Ehrgeiz und Egoismus aufgeben. Durch den Glauben wirst du mit mir begraben sein. Aber ich werde dich zu einem neuen Leben auferwecken.“
Denken Sie darüber nach, was es heißt, ohne Flecken oder Runzeln zu sein. Was unter einem Fleck zu verstehen ist, wissen wir. Aber was sind Runzeln? Solche Gesichtsfalten sind Spuren, die das Alter und das Leben in unseren Zügen hinterlassen. Wenn Jesus sagt, dass seine Braut keine Runzeln hat, ist das ein Ausdruck der völligen Erneuerung, die er uns gibt, wenn wir sein Evangelium im Glauben annehmen und ihm nachfolgen.
Doch viele suchen einen einfachen Weg zum Himmel, ohne die völlige Hingabe an Christus, und versuchen daher, das Evangelium zu „verbessern“. Das ist die Art von Evangelium, die heute in vielen Gemeinden gepredigt wird. Die Predigten zielen nur darauf, die Bedürfnisse der Zuhörer zu erfüllen. Doch wenn ich die Worte Jesu lese, erkenne ich, dass diese Art von Predigt wirkungslos bleibt. Sie erfüllt nicht das wahre Werk des Evangeliums.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin nicht dagegen, dem Volk Gottes Trost und Kraft zu predigen. Als ein Hirte des Herrn bin ich dazu berufen, gerade das zu tun. Doch wenn ich nur auf die Bedürfnisse der Menschen eingehe und den Ruf Christi ignoriere, unser Leben völlig hinzugeben, dann werden echte Bedürfnisse nie erfüllt werden. Die Worte Jesu sind klar: Unsere Bedürfnisse werden gestillt, indem wir uns selbst sterben und sein Kreuz aufnehmen.
Jesus erklärt: „Meine Gemeinde ist ein Ort ungeschminkter, offener Buße.“ Und der Apostel Paulus bestätigt: „»Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen!« Dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen. Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; denn die Schrift spricht: »Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!«“ (Römer 10,8-11).
Einfach ausgedrückt, werden wir zum Heil geführt, indem wir unsere Sünden bereuen und offen bekennen. Jesus erklärt: „Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße“ (Matthäus 9,13). Und er sagt, dass Buße der Schritt ist, durch den wir geheilt und wiederhergestellt werden: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße“ (Lukas 5,31-32).
Geliebte Mitchristen, das ist eine gute Neuigkeit. Jesus Christus gibt uns zu verstehen: „In meiner Gemeinde wird jeder durch Buße geheilt. Es kommt nicht darauf an, wer du bist – ob du körperlich zerrüttet, geistig verwirrt oder geistlich krank bist. Jeder muss auf dieselbe Weise zu mir kommen. Und alle finden bei mir Heilung durch Buße.“
Ich frage Sie: Wie viele Gemeinden laden Menschen mit zerschlagenen, reumütigen Herzen noch ein, zum Altar zu kommen und Buße zu tun? Wie viele Pastoren haben aufgehört, zu diesem überaus wichtigen geistlichen Werk einzuladen? Und wie viele Christen haben jedes Bewusstsein dafür verloren, dass sie ihre Sünden bekennen müssen?
Was ist also die zentrale Botschaft des Evangeliums Christi? Er macht es durch Matthäus, Markus, Lukas und Johannes klar. In diesen vier Evangelien sagt er uns: „Hier ist das, was ich in meiner Gemeinde predige. Das ist meine Botschaft an alle Sünder.“
Zuerst einmal „kam Jesus … und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,14-15). Was war die erste Botschaft des Herrn? Er predigte Buße.
Einigen Christen mag das etwas übertrieben erscheinen. Sie fragen vielleicht: „Das mag schon sein, aber wie nachdrücklich hat Jesus denn Buße gepredigt?“ Diese Frage beantwortet Lukas in seinem Evangelium. Jesus sagte zu seinen Zuhörern: „Wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!“ (Lukas 13,5).
Vielleicht denken Sie, dass das Evangelium Christi mit seiner Botschaft der Buße deprimierend klingt. Aber Paulus sagt etwas Anderes. Ein reumütiges Herz führt zu wahrem Leben: „Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss“ (2. Korinther 7,10).
Buße stand auch im Mittelpunkt der ersten Predigt nach der Auferstehung Jesu. Petrus sagte der Menge, die sich am Pfingsttag versammelt hatte: „Jesus, der Nazarener … ihn ... habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet“ (Apostelgeschichte 2,22-23).
Als die Menschen das hörten, wurden sie stark überführt. Das gepredigte Wort traf sie ins Herz, weil der Heilige Geist in seiner ganzen Kraft gekommen war. Und nach Aussage Jesu ist das Werk des Geistes genau das. Er sagte, dass der Heilige Geist kommt, um „die Welt (zu) überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht“ (Johannes16,8).
Die Menge war so getroffen, dass niemand sich rührte. Plötzlich standen ihnen die zentralen Fragen des Lebens und des Todes vor Augen. Da wandten sie sich an Petrus und fragten, was sie tun sollten. Er erwiderte: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden … Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“ (Apostelgeschichte 2,38.40).
Dieser Abschnitt veranschaulicht, dass Buße im Mittelpunkt der Botschaft Jesu stand. Wenn eine Botschaft nicht überführt – keine Wahrheit über Sünde und Schuld und zerschlagene Herzen enthält – ist der Heilige Geist einfach nicht darin. In solchen Predigten ist er einfach nicht gegenwärtig.
Ich denke an die vielen „überführungslosen“ Prediger, die für die Seelen Zigtausender Christen verantwortlich sind. Ihre Gemeinden sind mit Sünden überladen und ihre Übertretungen spotten täglich dem Kreuz Christi. Es ist eine einzige Tragödie. Was diese Menschen brauchen, ist die Botschaft eines Predigers, der sich nicht scheut, ihnen zu sagen: „Ihr habt gegen Christus gesündigt.“ Aber genau das Gegenteil geschieht. Die Menschen werden durch die halbherzigen Hirten in ihren Sünden noch bestärkt.
Von solchen Predigern sagt Hesekiel „Ihr [kränkt] das Herz des Gerechten mit Betrug ..., den ich doch nicht gekränkt haben will, dagegen [stärkt] (ihr) die Hände des Gottlosen ... damit er sich ja nicht von seinem bösen Weg bekehrt und am Leben bleibt“ (Hesekiel 13,22). Der Prophet erklärt hier: „Ihr habt die Gerechten durch eure leichtfertigen Predigten betrübt. Und ihr habt die Sinnlichen ermächtigt, sogar noch mehr zu sündigen, ohne sich schuldig zu fühlen. Ihr habt sie über das ewige Leben belogen. Ja, ihr raubt ihnen sogar das ewige Leben. Ihr habt Gottes Gnade in Zügellosigkeit verwandelt.“
Paulus schreibt, dass der Tag des Gerichts bald kommen wird. Und aus diesem Grund sollen wir das Evangelium mit umso größerem Nachdruck predigen, je näher dieser Tag heranrückt. Wir sollen tadeln und ermahnen und dies mit Geduld und Liebe tun. Tatsächlich kommt der Tag näher, an dem jeder Hirte vor dem Herrn Rechenschaft über alles geben muss, was er gepredigt hat. Hat er die Gerechten betrübt? Hat er die Hände der Gottlosen gestärkt? Oder hat er furchtlos ein Wort gepredigt, das durch die heilige Salbung überführt?
Tatsache ist, dass Petrus kein Interesse daran hatte, diese Menge am Pfingsttag zu verärgern. Seine einzige Absicht war es, ihnen die Wahrheit zu zeigen. Und wenn der Heilige Geist die Wahrheit zeigt, überführt sie. Sie geht tief bis an die Wurzel aller Bereiche unseres Herzens.
Leider geschieht das in vielen Gemeinden heute nicht. Es ist nicht nur so, dass der Heilige Geist in solchen Gemeinden nicht gegenwärtig ist – er ist gar nicht willkommen. In unserem Dienst kommt ein Brief nach dem anderen mit immer demselben Echo: „Ich habe einen Nachbarn, mit dem ich seit Monaten im Gespräch bin. Er macht eine Scheidung durch … seine Frau hat Alkoholprobleme … er hat eine Affäre … Dann habe ich sie in die Gemeinde eingeladen in der Hoffnung, dass sie ein Wort zu ihrer Situation hören und erkennen würden, dass sie den Herrn brauchen. Aber unser Pastor sagt nie etwas über die Sünde. Nie predigt er etwas, das Überführung bewirkt und zeigt, dass wir die reinigende, befreiende Kraft Jesu brauchen. Also fühlte sich mein Nachbar anschließend nur noch in seiner Sünde bestärkt.“
Was für eine Tragödie! Wie sehr muss es Gott betrüben, dass innerhalb der Gemeinden mehr Menschen in ihren Sünden bestätigt werden als außerhalb.
Andere schreiben uns: „Ich gehöre einer Gemeinde an, die den Sündern entgegenkommt. Jede Woche bekommen wir einen Fragebogen, auf dem wir angeben sollen, wie uns der Gottesdienst gefallen hat: »War die Musik zu laut? Waren die Sketche zu lang? War die Predigt interessant?« Pastor David, ich gehe in den Gottesdienst, um Hoffnung für meine verlorenen Verwandten zu finden. Aber stattdessen werde ich aufgefordert, den Unterhaltungswert zu beurteilen.“
Jesus lehrte, dass niemand von der Sünde befreit werden kann – dass niemand je mit der Wahrheit konfrontiert wird – ohne die Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes.
Denken Sie über folgende Szene nach, in der Jesus zu seinen Nachfolgern sagte: „Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit! Dies sprach er ... in der Synagoge ... Viele nun von seinen Júngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören? Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Júnger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?“ (Johannes 6,58-61).
Beachten Sie, dass Christus hier zu Gläubigen spricht. Worin bestand die harte Rede, auf die sie reagierten? Sie lautete: „Ihr müsst mein Fleisch essen und mein Blut trinken, sonst habt ihr kein Leben in euch. Mein Fleisch ist wahre Speise und mein Blut ist wahrer Trank. Und nur durch sie bekommt ihr ewiges Leben.“
Ein den Sündern entgegenkommendes Evangelium sagt: „So etwas kann man nicht predigen. Sünder würden das nie verstehen. Blut trinken und Fleisch essen? Sie würden uns ja für Barbaren halten. Wir müssen die Formulierung ändern, um sie akzeptabler zu machen. Sonst stoßen wir die Leute vor den Kopf, besonders die Ungläubigen.“
In der wahren Gemeinde Christi wird es Worte geben, die Anstoß erregen. Ja, in dieser Gemeinde werden Sie eine gute Nachricht hören, ein Evangelium der Liebe, Barmherzigkeit, Gnade und Geduld. Aber in der Gemeinde Christi wird es auch Botschaften geben, die man nicht zu verwässern wagt. Und zu diesen Botschaften gehören Predigten über das Blut Christi und sein Kreuz.
Jesus sah, dass die Menschen über seine Worte schockiert waren. Deshalb fragte er sie im Wesentlichen: „Habe ich euch vor den Kopf gestoßen? Macht euch die Wahrheit zu schaffen, die ich euch gesagt habe?“ Dann erklärte er: „Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6,63). Er ließ keinen Zweifel: „Gerade das, woran ihr Anstoß nehmt, bringt euch das Leben. Wie reagierten seine Jünger? „Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Júnger zurück und gingen nicht mehr mit ihm“ (Johannes 6,66).
Was sagt Jesus hier über sein Evangelium? Einfach ausgedrückt erklärt er, dass die Botschaft über sein Blut und sein Kreuz Anstoß erregt. Aber diese Botschaft ist das einzige Evangelium, das zum ewigen Leben führt. Dennoch werden manche Menschen es nicht annehmen. „Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben“ (Johannes 6,64).
Diese Worte Jesu bestätigen sich heute in vielen Gemeinden. Es ist unfassbar, dass manche Gemeinden in ihren Gottesdiensten jeden Hinweis auf das Blut Christi ausklammern. Pastoren erwähnen es nicht in ihren Predigten. Lieder über das Blut werden fallen gelassen. Das alles gilt als zu anstößig.
Aber Jesus warnt: „Es kommt nicht darauf an, wie anstößig euch meine Worte erscheinen. Ihr dürft sie nicht verändern. Meine Worte bringen Leben hervor. Und ihr müsst sie in euch aufnehmen, wie ihr etwas esst oder trinkt, um sie so tief zu verinnerlichen, dass sie ein Teil von euch werden. Deshalb sollt ihr nicht weicher machen, was ich gesagt habe. Wenn ihr das Blut und das Kreuz aus euren Predigten ausklammert, trennt ihr die Suchenden von ihrer einzigen Hoffnung auf das ewige Leben. Die Botschaft über das Heil durch mein Blut kann nur durch den Heiligen Geist verstanden werden. Aber es soll auch dann gepredigt werden, wenn es missverstanden wird. Stellt euch also zu meinem Evangelium und predigt es unabhängig davon, welche Reaktionen ihr bekommt. Es ist das einzige Wort, das rettet.“
Eine ähnliche Szene sehen wir im Matthäusevangelium: „Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge … Und sie nahmen Anstoß an ihm“ (Matthäus 13,54.57). Selbst der engste Kreis seiner Jünger kam anschließend zu ihm und sagte, seine Botschaft sei Anstoß erweckend: „Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das Wort hörten?“ (Matthäus 15,12). In dieser Szene waren es nicht die Menschen in der Menge, sondern die religiösen Leiter, die Anstoß nahmen. Die Menge nahm die Botschaft Jesu offenbar an; aber die Hirten waren außer sich.
Wenn Sie in der Gemeinde Jesu sind, werden Sie harte Botschaften hören, die vom Heiligen Geist kommen. Warum? Weil der Heilige Geist in uns gegen alles zielt, was wir aus unserer fleischlichen Natur denken, sagen oder tun. Jesus sagt: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen“ (Matthäus 15,19).
Doch alle wahren Nachfolger Jesu zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich jedem Wort des Herrn beugen. Sie lieben die Zurechtweisung für das, was es in ihren Herzen bewirkt. Sie sehen, welche Veränderungen es bringt, und wissen, dass es Leben bedeutet.
Tief im Innern ist das auch der Grund, warum ein Sünder in Gottes Haus kommt. Es geht ihm nicht darum, nur ein weiteres Mitglied einer großen Gemeinde zu werden. Er will von Gott gefunden werden, weil er in seinem Herzen weiß, dass er verloren ist. Seine Seele kommt nicht zur Ruhe, und er hatte zu viele lange, schlaflose Nächte. Er sucht Antworten, Wahrheit, echte Veränderung, weil er spürt, dass er auf dem Weg zur Hölle ist. Und er braucht keinen Christen oder Prediger, der ihm sagt, er wäre ganz in Ordnung.
Wenn ein solcher Sünder das Evangelium von Jesus Christus hört, kann es natürlich sein, dass er Anstoß nimmt. Vielleicht reagiert er verärgert und verlässt den Saal. Aber er wird nicht vergessen, was er gehört hat. Und der Heilige Geist wird es gebrauchen, um ihm die Wahrheit zu offenbaren.
Wir alle haben gelernt, dass Christus der Eckstein seiner Gemeinde ist. Paulus sagt, dass dieser Eckstein ein Stein des Anstoßes ist: „Wie geschrieben steht: »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!«“ (Römer 9,33). Auch Petrus bezeichnet Jesus als Stein des Anstoßens: „[Der] Eckstein … »ein Stein des Anstoßens« und ein »Fels des Ärgernisses«. Weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben, nehmen sie Anstoß“ (1. Petrus 2,7-8).
Petrus könnte uns aus eigener Erfahrung sagen, was geschieht, wenn man die Botschaft vom Kreuz auszuklammern versucht. Er nahm Anstoß, als Jesus den Jüngern seinen Tod voraussagte. „Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht!“ (Matthäus 16,22).
Aber Jesus gab ihm eine scharfe Antwort: „Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“ (Vers 23).
Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie Satan selbst bei einem Hirten, der nach Gottes Wort lebt und Christus liebt, eine Täuschung pflanzen kann. Aber wir können sicher sein, dass Petrus die Worte seines Meisters nie vergessen hat. Auch heute muss jeder Prediger und jeder Christ die Warnung des Herrn befolgen: „Mein Kreuz und mein Blut können für dich zum Ärgernis werden. Aber wenn du dich meiner Botschaft schämst oder sie weich zu machen versuchst, bist du ein Ärgernis für mich. Du repräsentierst weder mein Wort noch meine Gemeinde.“
Zuerst würde Christus weinend durch die Stadt ziehen. Die Bibel teilt uns mit: „Und als er näher kam und die (Jerusalem) sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen“ (Lukas 19,41-42).
Was brachte Jesus zum Weinen? Es begann mit einem herzzerreißenden Gang durch die Stadt. Traurigkeit erfasste ihn beim Anblick der vermeintlich gläubigen Menschen, die keinen Frieden hatten. Diese Leute hatten die Wahrheit verworfen, um an Fabeln zu glauben. Und nun vollzogen sie nur noch die Riten einer leblosen Religion. Sie waren Schafe ohne wahre Hirten.
Ich bin nicht darauf aus, irgendeinen Prediger zu verurteilen. Aber ich möchte jeden, der diesen Predigtbrief liest, fragen: Können Sie sich vorstellen, dass Ihr Pastor durch Ihre Stadt fährt und über sie weint? Wie sehr unterscheidet sich das Bild, das Jesus uns bietet, von so vielen Strategen und Planern des Gemeindebaus heute. Diese Leute gehen von Tür zu Tür, führen Meinungsumfragen durch und fragen die Menschen, was sie von einer Gemeinde wünschen: „Wie lang sollte die Predigt sein? Fünfzehn Minuten? Zehn?“
Jesus erlebte etwas Ähnliches in seiner Zeit. Als er durch den Tempel ging, sah er Tische von Geldwechslern und Tempeldiener, die mit den Dingen Gottes Handel trieben. Es gab kein echtes Gebet, keine Furcht des Herrn. Und Christus weinte über all das und rief: „Es steht geschrieben: »Mein Haus ist ein Bethaus«. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!“ (Lukas 19,46).
Ich frage Sie: Würde Jesus über das weinen, was er in Ihrer Gemeinde heute zu sehen bekommt? Würde er Ihren Pastor in tiefer Sorge über die verlorenen Seelen antreffen? Oder würde er feststellen, dass er mit Dingen, die in Gottes Augen heilig sind, Gewinne macht? Würde Christus sein Volk betend antreffen? Oder würde er sehen, wie sie mit Aktivitäten und Programmen beschäftigt sind und sich auf ihre eigenen Interessen konzentrieren?
Nachdem Jesus durch Ihre ganze Stadt gezogen ist, würde er sein Volk loben? Oder würde er diese Warnung aussprechen: „Ihr seid blind für die Zeichen der Zeit. Das Gericht steht vor der Tür, aber ihr seid der Welt ähnlicher als je zuvor. Warum betet ihr nicht und sucht nicht bei mir Kraft und Weisheit, um die Zeit auszukaufen?“
Gott hilft uns, sein Evangelium nie weich zu machen. Wenn Sie einen Pastor haben, der das wahre Evangelium Jesu Christi predigt, dann bitte ich Sie inständig, ihn zu ermutigen. Und beten Sie für ihn. Danken Sie dem Herrn, dass der berufene Hirte Ihrer Gemeinde sich nicht auf attraktive Prediger verlässt, um Menschenmengen anzuziehen.
Und seien Sie dankbar, dass die Gegenwart des Heiligen Geistes in Ihrer Gemeinde willkommen ist, sodass er sein wahres Werk in Ihrer Mitte tun kann. Wenn das Evangelium von Jesus Christus mit der überführenden Kraft des Heiligen Geistes gepredigt wird, öffnet sich der Himmel und die Teufel müssen fliehen.
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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Schlachterübersetzung 2000. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.
