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Der Leib Christi

by David Wilkerson | July 29, 2002

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July 29, 2002

Paulus lehrt uns: „Ihr aber seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder“ (1. Korinther 12,27). Und noch spezifischer sagt er: „Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder ... obwohl viele, ein Leib sind: so auch der Christus“ (Vers 12).

Paulus sagt uns damit im Wesentlichen: „Betrachtet euren eigenen Körper. Ihr habt Hände, Füße, Augen und Ohren. Ihr seid nicht nur ein isoliertes Gehirn ohne Verbindung zu den anderen Organen. Nun, genauso verhält es sich mit Christus. Er ist nicht nur ein Haupt. Er hat einen Körper, und wir bilden die Glieder.“

Dann zeigt uns der Apostel auf: „So sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied“ (Römer 12,5; Lutherübersetzung 1984). Mit anderen Worten, wir sind nicht nur an Jesus als dem Haupt angeschlossen. Wir sind auch miteinander verbunden. Tatsache ist, wir können nicht an ihn angeschlossen sein, ohne zugleich auch mit unseren Brüdern und Schwestern in Christus verbunden zu sein.

Diesen Punkt unterstreicht Paulus, indem er sagt: „Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht <die> Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht <die> Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot“ (1. Korinther 10,16-17). Einfach ausgedrückt, wir werden alle durch dieselbe Nahrung gespeist: Christus, das Manna vom Himmel. „Das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt“ (Johannes 6,33).

Jesus erklärte: „Ich bin das Brot des Lebens ... Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist ... Wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen“ (Johannes 6,35.51.57). Hier ist das Bild des Brotes wichtig. Unser Herr sagt uns damit: „Wenn du zu mir kommst, wirst du genährt werden. Du wirst an mir hängen, als ein Glied meines Leibes. Deshalb wirst du aus dem Lebensstrom, der in mir ist, Kraft empfangen.“ In der Tat schöpft jedes Glied seines Leibes Kraft aus ein und derselben Quelle: Christus, dem Haupt. Alles, was wir brauchen, um ein überwindendes Leben zu führen, fließt uns von ihm zu.

Dieses Brot ist das, was uns als Glieder seines Leibes kennzeichnet. Wir sind von der übrigen Menschheit verschieden, weil wir von einem einzigen Laib essen: Jesus Christus. „Wir alle nehmen teil an dem einen Brot“ (1. Korinther 10,17).

Manche Christen möchten jedoch nicht mit anderen Gliedern des Leibes verbunden sein. Sie haben Gemeinschaft mit Christus, isolieren sich aber bewusst von anderen Gläubigen. Abgesehen vom Haupt möchten sie nichts mit dem Leib zu tun haben.

Aber ein Körper kann nicht nur aus einem einzigen Glied bestehen. Können Sie sich einen Kopf vorstellen, aus dem nur ein einzelner Arm wächst? Der Leib Christi kann nicht nur aus einem Haupt ohne Gliedmaßen oder Organe bestehen. Sein Leib besteht aus vielen Gliedern. Es ist einfach nicht möglich, mit Christus eins zu sein, ohne auch mit seinem Leib eins zu sein.

Sie sehen, wir brauchen nicht nur das Haupt. Wir brauchen den ganzen Körper. Wir sind nicht nur zusammengewachsen weil wir Jesus brauchen, sondern weil wir auch aufeinander angewiesen sind. Paulus erklärt: „Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht“ (1. Korinther 12,21).

Beachten Sie die zweite Hälfte in diesem Vers. Selbst der Kopf kann nicht zu irgendeinem Körperteil sagen: „Ich brauche dich nicht.“ Was für eine unglaubliche Feststellung. Paulus sagt uns damit: „Christus wird nie zu irgendeinem Glied seines Leibes sagen: ‚Ich brauche dich nicht.’ Unser Haupt verbindet sich bereitwillig mit jedem einzelnen von uns.“ Darüber hinaus sagt er, dass wir alle wichtig, ja sogar notwendig sind, damit sein Leib funktionsfähig ist.

Dies gilt besonders für Glieder, die angeschlagen sind und leiden. Paulus betont: „Gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig“ (1. Korinther 12,22). Dann fügt der Apostel hinzu: „Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir um so mehr Ehre, und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit mehr Anstand“ (Vers 23; Einheitsübersetzung 1980). Er spricht von denjenigen Gliedern im Leib Christi, die nicht gesehen werden, verborgen sind, die niemand kennt. In Gottes Augen kommt diesen Gliedern eine große Ehre zu. Und sie sind absolut notwendig, damit sein Leib funktionieren kann.

In diesem Abschnitt liegt für uns alle eine tiefe Bedeutung. Paulus gibt uns zu verstehen: „Es kommt nicht darauf an, was für eine geringe Meinung du von dir selbst hast. Vielleicht denkst du, dass du dem Maßstab eines Christen gar nicht genügst. Aber der Herr selbst sagt: ‚Ich brauche dich. Du bist nicht nur ein wichtiges Glied in meinem Leib. Du bist wesentlich und notwendig, damit er funktionieren kann.’“

Jedes der Gleichnisse Christi enthält eine verborgene Wahrheit über Gott. Diese Geheimnisse teilten der Vater, der Sohn und der Heilige Geist seit der Zeit vor Anbeginn der Schöpfung miteinander: „Ich werde meinen Mund öffnen in Gleichnissen; ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war“ (Matthäus 13,35). Jesus bezeugt, dass diese verborgenen Wahrheiten nur denen offenbart werden, die sich die Zeit nehmen, nach ihnen zu forschen.

In Matthäus 22 lesen wir ein Gleichnis, das, so glaube ich, viel über den Leib Christi offenbart. Darin skizziert Gott seine ewigen Absichten bei der Bildung eines Leibes von Gläubigen. Kurz gesagt, er möchte eine Braut für seinen Sohn. Diese Braut soll mit Jesus vereint werden, als ein Fleisch und ein Leib mit ihm verwachsen sein. Christus wird ihr ganzes Leben und auch ihre Quelle werden. Er wird mit ihr verbunden sein und sie mit ihm.

Jesus beginnt das Gleichnis indem er erklärt: „Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem König, der seinem Sohn <die> Hochzeit bereitete. Und er sandte seine Knechte aus, um die Eingeladenen zur Hochzeit zu rufen; und sie wollten nicht kommen.“ (Matthäus 22,2-3). Der König in diesem Gleichnis ist natürlich Gott, der Vater. Und der Sohn hier ist Christus.

Hier sehen wir, wie der Vater den Heiligen Geist aussendet, eine Braut für seinen Sohn zu suchen. Die Braut ist natürlich die Gemeinde Jesu Christi. Und diese Braut besteht aus vielen Gliedern. Tatsächlich schließt sie jeden einzelnen Menschen ein, der die Einladung des Königs zum Hochzeitsmahl annimmt.

Doch gleich im nächsten Vers erklärt Jesus: „Sie wollten nicht kommen“ (Vers 3). Er spricht hier von seiner eigenen Verkündigung an die Juden. Christus drängte Israel, ihn anzunehmen, aber sie weigerten sich. Die Schrift sagt: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an“ (Johannes 1,11).

Also versuchte der König es noch einmal: „Wiederum sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht <darum> und gingen weg, der eine auf seinen Acker, der andere an seinen Handel. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie“ (Matthäus 22,4-6).

Die Juden töteten nicht nur Jesus, sondern auch seine Apostel nach ihm. Und so sagt uns Christus weiter: „Der König aber wurde zornig und sandte seine Truppen aus, brachte jene Mörder um und steckte ihre Stadt in Brand.“ (Vers 7). Jesus sprach hier prophetisch. Schon Jahrzehnte nach seinem Tod marschierten römische Soldaten in Jerusalem ein und zerstörten die heilige Stadt. Früher in der Geschichte Israels hatte Gott Assyrien über Israel kommen lassen, um sein Volk zu züchtigen. Nun ließ er die römischen Heerführer Vespasian und Titus Jerusalem bis auf die Grundmauern niederbrennen. Dadurch wurde die Prophetie Jesu buchstäblich erfüllt: „Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen“ (23,38).

Der nächste Abschnitt im Gleichnis enthält den Kern meiner Botschaft über den Leib Christi. Jesus sagt uns: „Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren nicht würdig. So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein. Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.“ (22,8-10).

Seit Golgatha erging das Evangelium an die ganze Menschheit: Juden und Nichtjuden, Sklaven und Freie, Reiche und Arme, Gute und Böse gleichermaßen. Auf diese Weise „[wurde] der Hochzeitssaal ... voll von Gästen“ (Vers 10). Bitte verstehen Sie, dass es in dieser Szene nicht um das Hochzeitsmahl des Lammes geht. Diese Feier wird nach dem jüngsten Gericht stattfinden. Nein, bei diesem Mahl handelt es sich um ein Verlobungsfest. Und die Gäste sind diejenigen, die den Ruf beherzigen, Christus als Herrn anzunehmen.

Stellen Sie sich vor: Nach Aussage Jesu gehören zu dieser Braut „so viele sie fanden, Böse wie Gute.“ (22,10). Eine solche Gruppe umfasst Menschen, die früher böse waren: Süchtige, Alkoholiker, Prostituierte, Mörder, Wettspieler, Drogenhändler. Aber sie umfasst auch Menschen, die früher gut waren: solche, die sich einmal auf ihre eigene Gerechtigkeit verließen.

Nun sind sie alle verwandelt. Sie haben ihre Sünden bekannt und wurden durch das Blut Christi reingewaschen. Scharen von Menschen singen jede Woche und bezeugen: „Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir“ ( Das Hohelied 2,4; Lutherübersetzung 1984).

Als Jesus davon spricht, dass der Festsaal „voll von“ Gästen war, ist das griechische Wort, das er benutzt „pletho“. Es bedeutet „durchdringen, füllen, beeinflussen“. Bei diesen Gästen handelt es sich mit anderen Worten um den gereinigten, erlösten Leib Christi. Sie wurden beeinflusst, durchdrungen und erfüllt durch den Heiligen Geist Gottes. Und er hat jeden von ihnen in ein weißes Hochzeitsgewand gekleidet.

Normalerweise stellen wir uns vor, dass ein Hochzeitsfest wenige Stunden dauert. In der jüdischen Kultur der Zeit Jesu konnten solche Feste bis zu sieben Tage lang gefeiert werden. Doch für Gott ist ein Tag wie tausend Jahre. Und in diesem Gleichnis dauert das Fest, das wir erleben, schon seit Golgatha an. Es findet seit Jahrhunderten statt. Und es wird erst enden, wenn der Bräutigam zurückkommt.

Liebe Heilige, erkennen Sie, was das bedeutet? Jeder Tag ist Ihr Hochzeitstag. Als Glied des Leibes Christi sind Sie Teil seiner Braut. Das bedeutet, dass Sie jeden Morgen beim Aufstehen Ihr weißes Hochzeitsgewand anlegen sollen. Wenn es befleckt oder beschmutzt wird, sollen Sie damit zu seinem Wort gehen, damit es rein gewaschen wird. Und Sie sollen Ihren Trauring ständig tragen. Er kennzeichnet Ihre Stellung: Sie sind verheiratet und mit dem Heiligen Geist versiegelt. Und dann sollen Sie sich schließlich am Brot aus dem Himmel laben: Christus, dem himmlischen Manna.

DIESES HOCHZEITSFEST WIRD TÄGLICH IM LEIB CHRISTI GEFEIERT. ABER IN DER FESTHALLE WURDE EIN EINDRINGLING ENTDECKT. Jesus setzt das Gleichnis fort:

„Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, und werft ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein“ (22,11-13).

Wer ist der Mann in diesem Gleichnis? Seine Identität ist offensichtlich eine ernste Angelegenheit, denn er erleidet ein schreckliches Schicksal. Einige Kommentatoren nehmen an, dass der Mann Diejenigen symbolisiert, die in den Lumpen ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit zu Christus kommen. Dieses Bild beschreibt eine arme, getäuschte, zerlumpte Seele, deren Selbstvertrauen sie verurteilt.

Diese Deutung akzeptiere ich nicht. Vielleicht sind Sie schockiert, wenn ich Ihnen sage, wer dieser Mann nach meinem Glauben ist. Einen Hinweis finde ich in der Anrede des Königs, der ihn „Freund“ nennt. Jesus benutzt dieselbe Anrede für Judas, als dieser ihn verriet. Ich glaube, der König in diesem Gleichnis gebrauchte diese Anrede völlig ironisch. Schließlich stand er im Begriff, den Mann in die Hölle zu schicken.

Meiner Meinung nach ist dieser Besucher der personifizierte Mann der Sünde: Satan. Ich stelle mir vor, wie er im Festsaal erscheint und statt der vorgeschriebenen Festkleidung ein prunkvolles, purpurrotes Gewand trägt, das er selbst angefertigt hat. Er ist der Inbegriff des Stolzes.

Warum wurde der Mann der Sünde nicht an der Tür aufgehalten? Ich glaube, Sacharja gibt uns die Antwort. Der Prophet sagt: „er ließ mich den Hohenpriester Joschua sehen, der vor dem Engel des HERRN stand; und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihm zu widerstehen. Und der HERR sprach zum Satan: Der HERR wird dich bedrohen, Satan! Ja, der HERR, der Jerusalem erwählt hat, bedroht dich!“ (Sacharja 3,1-2; mit Fußnote).

Jeschua steht natürlich für die Hohe Priesterschaft, für diejenigen, die von Jahwe errettet wurden. Für die Gläubigen heute symbolisiert er auch den Leib Christi, Gottes königliche Priesterschaft. In Sacharjas Vision stand Satan neben Jeschua, um „ihm zu widerstehen“. Das Wort, das hier mit widerstehen übersetzt ist, bedeutet angreifen oder beschuldigen.

Ich muss bekennen, dass ich nicht weiß, warum Satan erlaubt wird, Gottes Volk anzuklagen und anzugreifen. Aber ich weiß, was Gott darüber sagt, was aus unserem Feind werden wird: „Der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott“ (Offenbarung 12,10; Lutherübersetzung 1984). Eines Tages wird der Herr den Teufel binden und ihn in ein ewiges Gefängnis werfen.

Aber noch ist dies nicht geschehen. Inzwischen weiß Satan, dass seine Zeit kurz ist. Deshalb geht er mit großem Zorn gegen den Leib Christi vor. Tatsächlich sind seine Angriffe wie nie zuvor durch Dreistigkeit und Schamlosigkeit geprägt. Warum? Er weiß, dass die größte Bedrohung für ihn ein Leib von Christen ist, die im Blut Jesu gereinigt sind und in Einheit vorangehen. Und in diesen letzten Tagen hat der Heilige Geist ein wunderbares Werk getan, indem er in der ganzen Welt Heilige aufgerichtet und miteinander verwoben hat.

Diese hingegebenen Diener stehen als ein Leib zusammen. Sie lieben einander, beten füreinander, dienen den Verwundeten und Entmutigten unter ihnen. Und sie stehen auch im Kampf einmütig zusammen. Sie kämpfen gegen den Feind, binden sein Reich, treiben Dämonenfürsten aus, ergreifen die Autorität über höllische Mächte.

Wir sehen diese Armee der letzten Tage in dem Gleichnis Jesu in Gestalt der Hochzeitsgesellschaft. Diese im Blut gereinigten Kämpfer sind am Festmahl-Tisch Christi versammelt, wo sie stark werden, indem sie sich an seinem Brot laben. Und sie alle haben das eine Ziel: völlig bereit zu sein, dem Bräutigam zu begegnen, wenn er kommt.

Wir sollten überhaupt nicht überrascht sein, dass Satan in Gottes Haus eingedrungen ist. Es ist seine letzte Gelegenheit, zu versuchen, den wachsenden, reif werdenden Leib Christi auseinander zu reißen. Deshalb ist er randalierend in die Festversammlung gekommen und versucht jeden, den er kann, zu zerstören. Und er ist überzeugt, dass der beste Weg, dies zu tun, ist, zu versuchen, die Auserwählten Gottes zu täuschen.

Wie geht der Teufel dabei vor? Er tut, was er seit Golgatha immer getan hat: er belügt Sie. Er klagt Sie an. Er flößt ihnen Zweifel und Ängste in Ihre Gedanken ein. Ich stelle mir vor, wie diese purpurrot gekleidete Gestalt über die Tische springt und versucht, jeden Gast zu täuschen. Er pflanzt ihnen Zweifel und Ängste ein, klagt sie auf subtile Weise an und versucht, ihre weißen Gewänder zu beflecken.

Ich glaube, wir finden den Schlüssel zu Satans Strategie in 1. Mose 3. Gerade war es dem Teufel gelungen, Eva zu versuchen. Nun sagte Gott zu ihm: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen“ (1. Mose 3,15; Lutherübersetzung 1984).

Der Nachkomme, von dem hier die Rede ist, ist Jesus. Mit anderen Worten würde der Messias aus der Menschheit hervorgehen. Und Gott prophezeite sein siegreiches Werk am Kreuz. Auf Golgatha würde Christus seinen Fuß auf Satans Kopf setzen und ihn verwunden.

Doch der Herr prophezeit auch, dass Satan Christus in die Ferse stechen würde. Was bedeutet das genau? Als Glieder des Leibes Christi sind wir seine Nachkommen. Offenkundig bilden einige von uns die Ferse im Leib Christi. Wer ist also gemeint?

Wir erhalten einige Hinweise. Zunächst ist die Ferse ein Teil des Fußes. Wir wissen, dass der Fuß vor allem die Aufgabe hat, zu stehen oder zu gehen. Deshalb glaube ich, dass die Füße im Leib Christi aus denjenigen Gläubigen bestehen, die für Jesus Stellung beziehen. Diese Glieder sind auch dafür verantwortlich, nach der Führung des Heiligen Geistes vorzugehen. Beachten Sie, dass es sich bei diesen Aufgaben um unterstützende Funktionen handelt. Sie geschehen weitgehend im Verborgenen und ungesehen, während andere Glieder des Leibes beachtet werden. In dieser Hinsicht sind die Füße ein Beispiel für die anderen Glieder am Leib Christi.

Doch der Fuß gehört auch zu den empfindlichsten Körperteilen. Er ist die meiste Zeit zum Schutz bedeckt. In dieser Hinsicht ist die hebräische Bedeutung von „stechen“, aufschlussreich. Es bedeutet „überlisten oder auflauern“. Einfach ausgedrückt glaube ich, dass Satan auf diejenigen Glieder im Leib Christi zielt, die feinfühlig und verwundbar sind.

Wahrscheinlich kennen Sie solche Christen. Sie lieben Jesus von ganzem Herzen. Aber oft meinen sie, dass sie den Erwartungen nicht genügen, die an sie gestellt werden. Verzweifelt versuchen sie, Gott zu gefallen, sind aber überzeugt, dass ihnen das nie gelingt. Sie zweifeln nicht an ihm, sondern an sich selbst. Und sie geraten leicht unter Verdammnis, weil sie sich unwürdig, ungewollt und nicht gebraucht fühlen.

Der Teufel kennt diese Seite von ihnen, weil seine bösen Mächte ihr Leben beobachtet haben. Wenn Satan dann den Festsaal des Königs betritt, ist er gerüstet um anzugreifen. Er macht die Runde und flüstert ihnen Anklagen ins Ohr. Sein Ziel? Er will diese zartbesaiteten Heiligen dazu bringen, aufzugeben. Er will sehen, wie sie ihre weißen Gewänder abwerfen und in völliger Verzweiflung den Festmahl-Tisch verlassen.

Ich muss Sie fragen: Ist Satan schon an Ihrem Tisch gewesen? Haben Sie eine Stimme flüstern hören:

  • „Du siehst rein und heilig aus. Aber dein Herz ist schwarz vor Sünde. Du wirst Gott enttäuschen. Du bist ein nutzloser Heuchler.“
  • „Andere Christen respektieren dich nicht, weil du nicht begabt bist. Du wirst nur geduldet. Keiner liebt dich.“
  • „Deine alte Sünde wird dich wieder einholen. Du wirst Gott und seinem Volk Schande machen. Und dein guter Name wird schließlich doch ruiniert werden.“
  • „Du kannst die ganzen Verheißungen vergessen, von denen du dachtest, Gott hätte sie dir gegeben. Ich habe dich getäuscht. Es war meine Stimme, die du in deinem Ohr gehört hast.“
  • „Gott ist zornig über dich. Deshalb werden deine Gebete nicht erhört. Du hast zu oft gesündigt.“
  • „Du wirst deine Arbeitsstelle verlieren. Du wirst in völliger Armut enden.“
  • „Du wirst es nicht schaffen. Bevor alles vorbei ist, wirst du zu Fall kommen.“

Tag und Nacht hören Sie diese Anklagen. Ich sage Ihnen: Satan will Sie nur vom Festmahl-Tisch wegziehen. Dann kann er Sie in Bezug auf die Nahrung Christi aushungern. Er will Sie so weit isolieren, dass er Ihren Geist vergiften kann. Er versucht, Sie zu überzeugen: „Du schaffst es nicht. Wozu also weitermachen? Du wirst nie ein Glied im heiligen Leib Christi sein.“ In Wirklichkeit weiß Satan, dass ein geeinter Leib Christi sein größter Feind ist. Er kennt die Verheißung Jesu, dass dort, wo zwei oder drei sich versammeln, der Vater ihre Bitten freudig erhört. Deshalb ist Satan entschlossen, uns einen nach dem anderen abzutrennen.

Der König stellt diesen Mann schließlich zur Rede: „Wie bist du hier ohne festliches Gewand hereingekommen?“ Er sagt damit im Wesentlichen: „Was fällt dir ein, mein Volk zu belästigen? Hast du gedacht, ich würde dich nicht sehen? Hast du geglaubt, ich würde dir nicht beikommen?“

Seit der ersten Lüge, die Satan Ihnen eingeflüstert hat, hat Gott jeden seiner Schritte beobachtet. Und er hat etwas unternommen, um die Lügen des Teufels zum Schweigen zu bringen. Die Schrift sagt, dass der König den ungeladenen Mann verstummen ließ (siehe Matthäus 22,12). Gott sagte: „Keine weiteren Anklagen mehr in meinem Festsaal, Satan. Keine weitere deiner Lügen gegenüber meinem Volk.“ Dann befahl der König seinen Dienern: „Fesselt ihn und werft ihn hinaus in die Dunkelheit.“

Das Gleichnis endet schließlich mit diesen Worten des Königs: „Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte“ (22,14). Ich stelle mir vor, dass Gott den ganzen Festsaal überblickte und erklärte: „Viele Jahre lang habe ich Israel durch meine Apostel gerufen. Aber sie haben sich geweigert, zu hören. Jetzt haben diese Gäste in meinem Haus meine Einladung angenommen. Ich sage euch, sie sind erwählt worden. Und ich werde nicht zulassen, dass Satan auch nur einen von ihnen von meinem Leib trennt.“

Wir wissen, dass der Teufel noch nicht in sein ewiges Gefängnis geworfen wurde. Aber während wir uns am Festmahl-Tisch laben und auf das Kommen des Bräutigams warten, wird uns ein Befehl gegeben. Der König hat uns angewiesen, den Teufel zu binden und ihn aus dem Festsaal hinauszuwerfen. Kurz gesagt: Wir sollen aufstehen und entschlossen gegen Satans Angriffe auf den Leib Christi vorgehen.

Erstaunlicherweise wird diese Anweisung von vielen Christen ignoriert. Wann immer wir einen feinfühligen Christen leiden sehen, denken wir: „Ich werde ihm Trost geben. Ich möchte ein aufmerksamer Zuhörer sein.“ Oder: „Ich kann ihn vielleicht irgendwie unterstützen Ich werde ihm eine Mahlzeit bringen oder finanzielle Hilfe anbieten.“ Das sind in der Tat Akte gottgefälliger Liebe. Aber oft reichen sie nicht aus.

Wenn wir wissen, dass Satan Lügen in das Leben eines Menschen spricht, sollen wir mehr tun, als nur zuzuhören oder Rat zu geben. Wir sollen andere Christen sammeln und gemeinsam Autorität über den Feind ergreifen. Jesus sagt uns, dass manche Arten der dämonischen Bedrängnis „nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden“ können (Matthäus 17,21; Einheitsübersetzung 1980). So, durch Fasten und Beten, sollen wir den Feind binden. Und wir sollen ihn aus den Gedanken, aus der Seele und aus der Situation unserer Glaubensgeschwister hinauswerfen.

Ich habe viele Stunden mit Versuchen verbracht, niedergeschlagene Christen durch seelsorgerlichen Rat aus ihren Problemen herauszuholen. Doch ich erkenne immer mehr, wie der Teufel über ihnen steht und sie von seinen Lügen überzeugt. Wenn ich heute sehe, dass der Teufel wieder irgendeinen empfindsamen Christen bearbeitet, steigt ein heiliger Zorn in mir auf. Und ich erkenne, dass ich tun muss, was jeder wahre Hirte im Leib Christi berufen ist zu tun: Satan im Namen Jesu an Händen und Füßen zu fesseln und in die Finsternis hinauszuwerfen.

Leben Sie unter einer Wolke der Verzweiflung? Kennen Sie einen Bruder oder eine Schwester, der oder die auf Satans Anklagen hört? Ich bitte Sie inständig: Suchen Sie betende Christen im Leib Christi. Wenden Sie sich an diejenigen, die wirklich Gottes Herz kennen. Und lassen Sie sie die Lügen des Feindes als das entlarven, was sie sind.

Die Schrift sagt, dass wenn einer von uns leidet, alle leiden. Deshalb ist es wirklich entscheidend, dass wir uns zum gegenseitigen Wohl in dem Namen Jesu versammeln. Wir sollen uns auf die Vollmacht unseres Heilands berufen, den Feind binden und ihn aus dem Leben des jeweils Anderen hinauswerfen. Dann werden wir in der Lage sein, jeden Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangen zu nehmen. Das ist der wahre Dienst des Leibes Christi.

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der revidierten Elberfelder Übersetzung 1991. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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