Christus liebt seine Gemeinde. Er gab sein Leben für sie und sagte, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen können. Jesus selbst ist der Grundstein dieser Gemeinde. Und die Schrift sagt uns, dass seine Herrlichkeit und Weisheit in ihr wohnen. An Pfingsten sandte er seinen Heiligen Geist, um die Gemeinde zu gründen. Und er hat sie mit gesalbten Dienern begabt – Hirten, Lehrern, Aposteln, Propheten und Evangelisten –, mit der Bestimmung, sie zu erbauen.
Es ist klar, dass der Herr Sehnsucht hat, seine Gemeinde zu segnen. Also, warum zeigt dann Offenbarung 2 ein so furchterregendes Bild von Christus, als er seinem Volk erscheint? Johannes schreibt, dass Jesus mit flammenden Augen und donnernder Stimme zur Gemeinde kommt:
„Inmitten der [sieben] Leuchter <einen>, gleich einem Menschensohn … Sein Haupt aber und die Haare <waren> weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor“ (Offenbarung 1,13-16).
Nun, die Offenbarung ist die Zusammenfassung von Gottes Wort. Sie beschreibt das Ende aller Dinge. Und hier ist das erste Bild von Christus, das wir in diesem Buch sehen. Warum tritt Jesus hier so vorahnungsvoll auf? Und warum spricht er so durchdringend zu seiner Gemeinde? Johannes schreibt, dass die Worte Christi so scharf sind wie Schwerter, die bis ins Mark schneiden. Erinnern Sie sich: Dies war der Apostel, der seinen Kopf an die Brust Jesu lehnte. Aber nun findet er sich auf seinem Angesicht wieder: „Als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot“ (1,17).
Der Herr selbst erklärt seine Ehrfurcht gebietende Erscheinung: „Alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben“ (Offenbarung 2,23). Tatsache ist, dass Christus seine Gemeinde liebt. Und das ist genau der Grund, aus dem er kommt, um sie zu erforschen. Er kommt, um sein Volk in Liebe zu korrigieren, sie zu reinigen.
Zuallererst sagt Jesus zu Johannes, sich nicht zu fürchten. „Er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte“ (Offenbarung 1,17). Dann sagt Christus im Wesentlichen: „Ich möchte, dass jeder in meiner Gemeinde weiß, dass ich gekommen bin, um ihren inneren Menschen zu erforschen. Und ich tue das mit Augen wie Feuer und einem Donnern, das die Seele erschüttert. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen – was ich zu sagen habe, wird durchdringend und heilend zugleich sein. Aber ich werde keinem meiner Kinder erlauben, in Apathie oder Blindheit weiterzumachen. Meine Augen und mein Mund werden jede Fassade durchdringen.“
Christus sah etwas in seiner Gemeinde. Und er wies Johannes an, seine Worte niederzuschreiben und an die sieben „Engel“ der Gemeinden zu senden. Dies bezieht sich auf seine Geistlichen, wobei er sie als Sterne in seinen Händen bezeichnet (siehe 1,16). Er sagt Johannes damit: „Ich liebe diese Diener. Ich habe sie berufen und gesalbt. Und nun sollst du ihnen meine Wort überbringen.“
Da ich selbst Pastor bin, muss ich mich fragen: Wie muss es gewesen sein, einen solchen Brief von Johannes zu öffnen? „An den Pastor der Gemeinde in New York: Das sagt der Herr bezüglich deiner Gemeinde ...“ Stellen Sie sich nun vor, was diese sieben Diener empfanden.
Nehmen Sie zum Beispiel den Pastor zu Ephesus. Als er Johannes’ Brief liest, sieht er Christus sich über seine Gemeinde freuen. Der Herr lobt die Epheser dafür, fleißig, geduldig und urteilsfähig zu sein. Sie hassen das Böse und stehen für die Sache Christi ein. Und die Jahre hindurch haben sie niemals aufgehört, gute Taten zu vollbringen. Dieser Pastor staunt über das, was er liest. Er denkt: „Wow, der Herr ist zufrieden mit uns. Es ist ein Belobigungsschreiben.“
Aber als er weiter liest, stößt er auf durchdringende Worte: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast“ (Offenbarung 2,4). Jesus warnt den Pastor: „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich <zu> dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken“ (Offenbarung 2,5).
Der ephesische Pastor muss bestürzt darüber gewesen sein. Er denkt: „Buße tun? Oder er wird unser Zeugnis wegnehmen? Was für schockierende Worte. Wie könnte das sein? Wir sind Gläubige des Bundes. Wir sind durch Glauben gerechtfertigt. Wir sind wohltätig, liebevoll, fürsorglich gewesen. Jetzt sollen wir wieder zurückkehren und so sein wie wir am Anfang waren? Was bedeutet das? Wie kann das Jesus sein, der spricht? Wie könnte ich jemals diesen Brief meiner Gemeinde vorlesen?“
Behalten Sie im Gedächtnis, dass diese Worte an eine gottesfürchtige Gemeinde gerichtet sind. Also musste dies eine tiefernste Angelegenheit in den Augen des Herrn sein. Warum sonst würde er so forschend zu solch einem leuchtenden Vorbild einer Gemeinde sprechen? Er sagt dem Pastor damit: „Deine erste Liebe zu mir ist nicht mehr das, was sie einmal war. Du hast die Gemeinschaft mit mir vernachlässigt. Nun, tue Buße!“ Jesus macht es klar: Es hat alles mit seiner Gegenwart zu tun. Ja, die Epheser hatten eifrig gearbeitet und gute Werke getan. Aber sie hatten keine enge Beziehung mehr zum Herrn.
Im nächsten Kapitel fasst Christus seine Botschaft an alle sieben Pastoren und ihre Gemeinden zusammen. Und seine Worte sind vielsagend: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir“ (Offenbarung 3,20). Zu oft öffnen Christen die Türen ihres Herzens nicht für Jesus. Wenn er anklopft, sind sie nicht einmal zuhause. Stattdessen hängt ein Schild an der Tür, das aussagt: „Lieber Herr, ich bin weg, um im Krankhaus zu dienen, später im Gefängnis. Sehe dich dann in der Gemeinde.“
So viele Gemeinden tun heute so viele gute, wohltätige Dinge im Namen Christi. Sie haben Programme für fast jede menschliche Not. Und die Versammlung führt ein reines, aufrechtes Leben, darauf bedacht, Sünde zu meiden. Aber etwas hat sich bei ihnen verändert. Einst waren diese Christen der Gemeinschaft mit Jesus hingegeben. Sie wollten keinen einzigen Tag vergehen lassen, ohne Zeit mit ihm allein zu verbringen. Aber jetzt liegen die Dinge anders. Alles, was sie ihm geben, ist ein kurzer Gruß auf dem Weg zu irgendeiner Arbeit. Wie ernst ist das für Jesus?
Jesus warnt uns: „Etwas ist in meiner Gemeinde verloren gegangen. Es ist meine überwältigende Gegenwart. Ihr müsst in die verborgene Kammer zurückgehen, zurück, um mit mir Mahl zu halten. Andernfalls werde ich meine Gegenwart von euch wegnehmen. Alle eure guten Werke – euer Predigen, Evangelisieren und Geben – muss aus unserer Zeit miteinander hervorgehen. Es muss von meinem Tisch kommen.“
Die Gemeinde in Ephesus hatte etwas verloren, was sie einmal besessen hatte. Es war die erkennbare Gegenwart Christi in ihrer Mitte. Sie hatten angefangen, Jesu Gegenwart für selbstverständlich zu halten, und das wirkte sich auf ihren Dienst aus. Früher hatten sie einander geliebt und sich umeinander gekümmert. Aber jetzt hielten sie sich gegenseitig auch für selbstverständlich. Und das hatte verheerende Auswirkungen auf ihre Bemühungen, gute Werke zu tun. Sie waren so damit beschäftigt, Menschen zu dienen, dass ihre Taten den Fokus bekamen, nicht die Liebe Christi. Seine mächtige Gegenwart fehlte.
Nun warnte Jesus sie: „Wenn ihr keine Änderungen vornehmt – wenn ihr nicht zu eurem Hunger nach mir zurückkehrt – werde ich euer Zeugnis wegnehmen. Ihr werdet nicht länger irgendeine Autorität haben, wenn ihr eure guten Werke tut. Sie werden alle nichtig sein.“
Ich sehe eine Parallele zur heutigen Welt. Manche der härtesten Menschen, die ich kenne, sind jene, die für Wohlfahrtsorganisationen und Sozialagenturen gearbeitet haben. Das gilt speziell für diejenigen, die in psychiatrischen Abteilungen oder mit missbrauchten Kindern gearbeitet haben. Diese Leute waren aufrichtige, hingegebene Arbeiter. Aber es war einfach zu schmerzhaft für sie, täglich mit dem Leiden konfrontiert zu werden, dessen Zeuge sie wurden. Mit der Zeit haben sie sich verhärtet.
Dasselbe kann auch Christen geschehen. Geistliche wie Laienmitarbeiter sehen so viel Schmerz und Sünde bei den Menschen, denen sie dienen, dass sie hart werden können. Das ist genau das, was Jesus diesem Pastor in Ephesus sagte: „Du warst einmal so empfindsam gegenüber anderen. Du hattest solch eine Liebe zu den Menschen, und hörtest ihnen zu. Aber jetzt machst du deine Ohren taub. Du sitzt bei ihnen, aber du hast dich gegenüber ihren Schreien verhärtet. Du betreibst deinen Dienst in einer Tretmühle, ohne Leben. Ich habe keine andere Wahl, als meine Gegenwart von dir zurückzuziehen.“
Ich bin in Gemeinden gewesen, in denen der Herr seine Gegenwart für eine Zeitlang weggenommen hatte. Dort ist eine Leblosigkeit und Trockenheit, die fast fühlbar ist. Jeder kann es empfinden. Gott spricht zu dieser Gemeinde und sagt: „Ich werde die Dinge eine Zeitlang erkalten lassen. Ich möchte euch aus eurer Lethargie herausbringen. Ich möchte, dass ihr wisst, wie es ohne meine Gegenwart ist.“ Es ist absolut grauenhaft, wenn eine Gemeinde an diesen Punkt kommt. Da ist keine Überführung vom Heiligen Geist, nichts, um die Gemeinde zu bewegen, nichts, um die jungen Leute anzurühren.
Ein weiterer ernster Nebeneffekt stellt sich ein. Der ist, dass geistlich hungrige Menschen nicht bleiben werden, wo die Gegenwart Jesu nicht offensichtlich ist. Verzweifelt wollen sie seine Nähe kennenlernen. Und wenn sie sie nicht erfahren, gehen sie irgendwo anders hin, um sie zu finden. Ich erhalte viele Briefe mit derselben Klage: „Ich kann keine Gemeinde finden, die durch die Gegenwart des Herrn lebendig ist.“
Ich habe das tragische Zurückfallen vieler Christen erlebt, die so empfunden haben. Sie finden nie eine Gemeinde. Also enden sie damit, zuhause sitzen zu bleiben und sich Prediger im Fernsehen anzusehen. Sie erhalten niemals feste Speise in ihrer geistlichen Diät. Alles, was sie verzehren, ist Leichtkost. Mit der Zeit setzt Kälte ein. Bald haben sie die Gemeinde insgesamt verlassen. Sie vernachlässigen das Zusammenkommen der Brüder, wovor der Hebräerbrief warnt (siehe Hebräer 10,25). Und sie werden völlig gleichgültig gegenüber Christus und seiner Gegenwart.
Ich sage Ihnen, dass Gott von solchen Leuten keine Entschuldigungen hören will. Jesus kann jedermanns Alles in Allem sein, wenn Sie Ihre persönliche Gemeinschaft mit ihm fortsetzen. Es ist egal, in welchem Zustand Ihre Gemeinde ist. Sie müssen eifrig darin sein, ihm kostbare Zeit zu geben. Sie müssen tief aus seiner Gegenwart trinken, wenn Sie wollen, dass sein Wort in Ihnen lebendig wird.
Im Lichte von Offenbarung 1 bis 3 muss sich jeder Christ selbst fragen: „Haben meine guten Werke – meine Bibelstudien und mein Dienst – mich der Zeit mit Jesus beraubt? Habe ich noch Hunger nach ihm wie ich ihn früher hatte? Oder habe ich etwas verloren?“
Die Gemeinden, die Jesus in Offenbarung 2 und 3 anspricht, waren sieben tatsächliche Gemeinden in Asien. Einige Bibelgelehrte glauben, dass diese Gemeinden sieben Epochen in der Kirchengeschichte repräsentieren. Über diesen theologischen Standpunkt will ich nicht streiten. Ich glaube einfach, dass die Botschaft hier für Christen in jeder Generation ist. Kurz: Jesus erforscht die Herzen seines Volkes in jedem Zeitalter. Er ist über jede geistliche Blindheit besorgt, die seiner Gemeinde zusetzt.
Der Herr hatte eine Kontroverse mit fünf der sieben Gemeinden in diesem Abschnitt. Ich möchte mich auf nur drei konzentrieren: Ephesus, Thyatira und Laodizea.
Wir haben schon gesehen, dass das Problem zu Ephesus ein Mangel an enger Beziehung zu Christus war. Das Problem In Thyatira war anders. Es war ein Flirt mit verführerischen teuflischen Diensten. Stellen Sie sich die Reaktion des Pastors vor, als er diese Worte las: „Dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Dies sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme“ (Offenbarung 2,18). Jesus sah diese Gemeinde durch feurige Augen des heiligen Zorns.
Doch der Brief fährt mit einem Lob fort: „Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und <weiß, dass> deine letzten Werke mehr sind als die ersten“ (2,19). Wieder sagt Christus damit: „Ich kenne deine Taten. Deine Liebe, deinen Glauben, deinen Dienst und deine Ausdauer sind jetzt größer als da, wo du anfingst.“ Das Beste von allem, was der Herr zu ihnen sagt: „Ich weiß, dass du mich liebst.“ Er tadelt sie nicht wegen eines Verlustes der engen Beziehung zu ihm.
Aber dann lesen wir diese durchdringenden Worte: „Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen“ (2,20).
Wer genau ist die Isebel, die hier erwähnt wird? Jesus spricht von falschen Hirten. Er tadelt den Pastor in Thyatira dafür, dass er begehrliche Geistliche toleriert, die sein Volk verführen: „Du erlaubst lusterfüllten Geistlichen, frei von deiner Kanzel zu reden. Sie kommen als Engel des Lichts herein und sie gebrauchen schändliche Täuschungen, um mein Volk zu verführen.“
Der Isebel-Verweis hier zeigt mehr an, als einfach nur Leiter, die begehrlich sind. Diese falschen Hirten erfinden sogar Programme, um ihre Begierden in die Tat umsetzen und zu befriedigen. Einfach ausgedrückt, der Name Isebel ist ein Inbegriff für alles, was in den Augen des Herrn böse und verabscheuenswert ist.
Was für ein verwirrendes Bild uns hier gezeigt wird. Hier ist ein Volk, das den Herrn liebt, hingegebene Männer und Frauen Gottes. Sie haben ausgeharrt, sie haben treu gegeben, und sie lieben Jesus. Wie konnten diese Christen von falschen Propheten angezogen werden? Wie konnten sie jemals durch böse Geistliche verführt werden, die Gott verachtet?
Dies mag Sie schockieren, aber ich sehe genau diese Sache überall in diesem Land geschehen. Wölfe, die darauf aus sind, die Herde auszuplündern, sprechen jetzt in Gemeinden, die einmal für ihre Heiligungsbotschaft bekannt waren. Wenn der Pastor gefragt wird, warum er dies erlaubt, gibt er zu: „Diese Prediger ziehen die Menge an. Menschen kommen in die Gemeinde.“ Doch er erlaubt damit falschen Propheten, das Essen von Satan selbst zu servieren: ein selbstzentriertes Evangelium der Begehrlichkeit.
Stellen Sie hier eine Widersprüchlichkeit fest? Jesus bezeichnet den Pastor in Thyatira als einen Mann der Liebe und Güte. Doch derselbe Mann toleriert Geistliche mit abscheulicher Sünde, Hirten, die das Fleisch der Menschen anregen und ihre Begierden beliefern. Sie bringen gottlose Konzepte herein, die ein falsches Gefühl von Erweckung hervorrufen. Und sie führen die Menschen in dämonische Verführungen.
Tief in seinem Herzen weiß dieser Pastor, dass ihr Evangelium nicht rein ist. Aber er möchte die Menschenmengen nicht vom Kommen abhalten. Und nun sagt ihm Christus: „Du duldest die Verführungen dieser Wölfe. Und du bist blind dafür, was es deinen Leuten antut. Sie gleiten ab in die Versammlungen dieser Prediger. Und sie werden hinunter in die Zerstörung geführt. Sie haben angefangen, Unzucht zu treiben und Nahrung zu essen, das Götzen geopfert ist. Aber du weigerst dich, sie zu warnen. Ich habe dich zu einem Hirten über meine Schafe berufen, aber du beschützt sie nicht. Warum duldest du dieses Übel? Warum willst du deine Stimme nicht erheben?“
Eine der ersten Pflichten, die irgendein Pastor hat, ist, die Kanzel rein zu halten. Er darf niemandem erlauben, auf ihr zu stehen und ein falsches Wort zu überbringen. Das mag für Sie wie ein Kontrollproblem klingen, aber es ist das, was Gott fordert. Sehen Sie, Christus spricht hier nicht von sexueller Unzucht. Er spricht von einem üblen Joch, einer sinnlichen Gemeinschaft, einer Hingabe des Selbst an die Macht eines falschen Dienstes. Und die Warnung Jesu ist klar: „Ihr speist von einer Begeisterung, die aus dem Fleisch ist. Das ist ein lustbefriedigendes Evangelium. Und euer geistliches Leben steht auf dem Spiel.“
Erinnern Sie sich: Dies sind keine rückfällig gewordenen Gläubigen, die Jesus hier anspricht. Er spricht zu liebenden Christen, die Ihnen alles geben würden, was sie haben. Aber sie werden von Evangelium des Fleisches angezogen. Sie schenken einer subtile Stimme Beachtung, die flüstert: „Du musst diesen Mann sprechen hören.“
Durch alle Evangelien hindurch warnt Jesus vor falschen Hirten, die suchend kommen, um viele zu verschlingen und zu täuschen. Doch ich bin schockiert über das mangelnde Urteilsvermögen bei einer Menge, die bei ihren falschen Evangelien verweilt. Ist Ihnen das passiert? Nährt sich Ihre Seele an irgendeinem Fernsehevangelium, das eigentlich dämonisch ist? Saugen Sie eine Botschaft von Wohlstandspredigern ein, die an Ihre Begierden appellieren und den älteren Menschen den letzten Cent nehmen?
Sie mögen denken: „Welcher Schaden entsteht dabei, sie anzusehen? Es kann mich nicht verletzen, zu hören, was sie sagen. Außerdem fühlt sich das so an, als sei es vom Herrn.“ Nein! Wenn Sie bei bösen Hirten verweilen, dann sind Sie bei Dämonen im Bett. Sie treiben Unzucht mit dem Übel.
Missverstehen Sie mich nicht: Ich spreche nicht von allen Fernsehevangelisten. Aber urteilsfähige Christen kennen den Unterschied. Jesus spricht von solchen fest gegründeten Heiligen, die die Motive dieser fleischlich angetriebenen Prediger durchschauen: „[Sie haben] die Tiefen des Satans … nicht erkannt“ (Offenbarung 2,24). Christus nimmt bezüglich dieser Geld raffenden Geistlichen kein Blatt vor den Mund. Er sagt: „Sie schleppen Seelen in die absoluten Tiefen der Hölle.“ Ja, diese Prediger predigen Christus, aber nicht den Christus der Herrlichkeit. Ja, sie predigen ein Wort, aber es ist nicht das Wort Christi. Es ist ein Evangelium, das mit dämonischen Lehren befleckt ist.
Der Herr sagt über solche böse Hirten: „Ich gab [Isebel] Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie tat nicht Buße“ (Offenbarung 2,21; a. d. englischen King James Version). Damit sagt er im Wesentlichen: „Ich bin mit diesen falschen Propheten und Evangelisten geduldig gewesen. Ich habe ihnen Warnung auf Warnung gegeben. Sie hatten reichlich Zeit, von ihrer Bosheit umzukehren. Aber sie haben abgelehnt.“
Dann überbringt der Herr folgende Warnung an alle rechtschaffenen Diener seines Wortes: „Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken. Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten“ (Offenbarung 2,22-23). Jesus spricht hier nicht nur über falsche Propheten. Er schließt jeden ein, der ihnen zuhört und sie unterstützt. Sie werden alle zusammen in einem furchtbaren Zustand der Krankheit und des geistlichen Todes enden.
Hesekiel sagt, dass solche Leute „Hurerei mit jedem, der vorüberging“ treibt (Hesekiel 16,15; a. d. englischen King James Version). Mit anderen Worten: „Ihr lauft all diesen falschen Geistlichen nach. Aber sie benutzen euch nur. Sie machen Handelsware aus euch und lassen euch verwundet und geistlich tot zurück.“
Zum Schluss ermahnt Jesus diejenigen, die Isebel-Geistlichen treu entgegengestanden sind: „Was ihr habt, haltet fest, bis ich komme!“ (Offenbarung 2,25). Er sagt damit: „Ihr habt wahres Urteilsvermögen erlernt. Ihr werdet euch nicht von jedem Wind und jeder Welle der Lehre treiben lassen. Also, bleibt im Augenblick einfach dran. Gestattet euch selbst nicht, getäuscht zu werden. Das ist alles, was ich verlange. Ich werde euch keine andere Last auflegen, bis ich zurückkomme“ (siehe Offenbarung 2,24).
Jesus spricht der Gemeinde von Laodizea kein einziges Lob aus. Stattdessen liest dieser Pastor: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest! Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde“ (Offenbarung 3,15-16). Welch erschreckende Worte vom Herrn.
Meine Frage ist: Wie kann eine ganze Gemeinde in denselben gefährlichen Zustand fallen. Wie kann jeder so geistlich geblendet sein, dass alle von ihnen lau werden? Es gibt keinen Hinweis auf einen heiligen Überrest in diesem Leib. Christus beschreibt sie alle als „Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß“ (3,17). Wie konnte das sein? Wie kann jeder so elend, arm und nackt sein, und es noch nicht einmal wissen?
Es geschah, weil diese Leute durch eine grauenhafte Lüge geblendet waren. Die Laodizeer waren sehr materialistisch, wohlhabend und prosperierend. (Dies konnte sich auf einen Zuwachs an Zahl und Einfluss, wie auch auf Geld beziehen.) Und sie waren völlig mit sich zufrieden.
Für nicht urteilsfähige Christen war diese Gemeinde am Blühen. Die Menschen liebten sie und wurden zu ihr hingezogen. Doch als Christus sie erforschte, war er entsetzt von dem, was er sah. Die Laodizeer waren durch eine Lüge geblendet. Und diese Lüge war: „Ich bin in Ordnung. Ich bin dort, wo ich geistlich sein sollte. Ich habe mich nicht verändert. Ich bin immer noch derselbe hingegebene Christ. Ich bin ein rechtschaffener, brennender Christ.“ Jesus sagt, dass sie über sich selbst sagten: „Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!“ (3,17).
Für mich repräsentiert diese Gemeinde den kapitalistischen Wahn der modernen amerikanischen Gemeinde. Unsere Nation ist eine kapitalistische Gesellschaft, was einfach „unaufhörliches Wachstum“ bedeutet. Und die Geschäftswelt hat ein Motto: „Wachse oder stirb.“ Alles muss ständig größer werden. Also musst du den Antrieb haben, die Dinge zu den Größten und Besten zu machen.
Das ist gut für die Geschäftswelt. Aber diese Mentalität ist auch in die Gemeinde eingesickert. Amerika wird Zeuge eines „materialistischen Christentums“. Das Ziel ist nicht mehr geistliches Wachstum, sondern Expansion an Zahl, Besitz und Finanzen. Und Geistliche werden vom Wahnsinn gepackt.
Jesu Urteil über die Laodizeer trifft heute auf viele Gemeinden zu: „Du erkennst nicht, was mit dir passiert ist. Deine Blindheit hat dich lau werden lassen. Und du merkst es nicht einmal. Du denkst immer noch, du wärst brennend für mich.“
In Ephesus war die Sünde der Gemeinde ein Verlust an enger Beziehung mit Jesus. In Thyatira war es ein Verlust an Urteilsvermögen und der Flirt mit geistlicher Unzucht. Nun, in Laodizea, sehen wir die schlimmste aller Sünden: einen Verlust jedes Bedürfnisses nach Christus.
Das alles endet in völliger Nacktheit. Jesus klagte sie wegen ihres nackten Zustandes an: „Die Schande deiner Blöße (wird) nicht offenbar“ (3,18). Das griechische Wort für „bloß“ bedeutet hier, „aller Mittel entkleidet zu sein“. Sehen Sie, Gott reserviert seine Mittel für diejenigen, die sich auf ihn verlassen, die sich in ihrem Bedürfnis von ihm abhängig machen. Was sind seine Mittel? Sie sind wahre geistliche Reichtümer: seine Stärke, seine wunderwirkende Kraft, seine göttliche Führung, seine offenbarte Gegenwart. Christus warnte diese selbstsichere Gemeinde: „Ich habe dich all meiner Mittel entkleidet. Aber du denkst nicht, dass du sie brauchst. Du bist völlig verarmt, aber du erkennst deinen Zustand nicht.“
Stellen Sie sich eine Versammlung vor, die bequem während eines einstündigen Gottesdienstes sitzt. Diese Christen hören eine kurze Predigt darüber, wie sie den Stress des Alltagslebens bewältigen können. Dann sind sie schnell draußen vor der Tür. Sie empfinden keine Notwendigkeit, vor Jesus zerbrochen oder zerknirscht zu sein. Sie fühlen nicht das Bedürfnis, durch eine durchdringende Botschaft aufgewühlt oder überführt zu werden. Da ist kein Schrei: „Herr, läutere mich, zerbrich mich. Du allein kannst meinen Hunger stillen.“
Wo ist der Eifer, den sie davor hatten? Diese Christen waren einst eifrig dabei, in die Gemeinde zu gehen, über Gottes Wort nachzudenken, ihre Herzen vor dem Suchscheinwerfer des Heiligen Geistes zu entblößen. Aber nun denken sie, sie seien über all das hinausgewachsen. Also haben sie ihr Christentum auf den Sonntagvormittag beschränkt. Doch das ist eine Religion der Lauheit.
Jesus liebte den laodizeischen Pastor und seine Versammlung so sehr, dass er sie wissen ließ, dass er zu drastischen Maßnahmen greifen würde. Er sagte ihnen, dass er in ihnen ein Bedürfnis nach seinen Mitteln wecken würde: „Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!“ (3,19). Seine liebende Hand würde kommen, um sie zu züchtigen. Und er würde dies tun, indem er in ihnen das Verlangen schuf, nach seiner Macht und Hilfe zu rufen.
Geliebte, Christus spricht heute mit denselben Worten zu uns. Er sagt uns, genauso wie den Laodizeern: „Es geht alles darum, mit mir Mahl zu halten. Es geht darum, die Tür zu öffnen, wenn ich anklopfe. Und ich rufe jetzt nach euch, zu kommen und zu kommunizieren. Ich habe alles, was ihr braucht. Und welche wertvolle Zeit ihr auch immer mit mir verbringt, gibt euch Kaufkraft. Das ist es, wie ihr meine Mittel erlangt. Eure Gemeinschaft mit mir gibt euch, was ihr braucht, um im Dienst fortzufahren. Alles muss aus unserer gemeinsamen Zeit entspringen.“
Das ist es, wie die Gemeinde Christi in diesen letzten Tagen ihr Zeugnis bewahren wird. Amen!
---
Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.
DISCLAIMER
Our policy is that all gifts designated for a specific project be applied to that project. Occasionally we receive more funds than can be wisely used for the designated project. When that happens, we use those funds to meet other similar pressing needs in the same country to advance the gospel.
